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Filmpremiere abgesagt
Frauen werfen US-Komiker Louis C.K. sexuelle Belästigung vor

Frauen werfen US-Komiker Louis C.K. sexuelle Belästigung vor
Komiker Louis C.K. (Archiv). FOTO: afp
New York/Los Angeles. Er soll vor den Frauen masturbiert haben: Der US-Komiker Louis C.K. wird mit Vorwürfen von sexueller Belästigung konfrontiert.

Fünf Frauen sprachen am Donnerstag in der "New York Times" über Vorfälle, bei denen der 50-jährige Komiker sich unter anderem vor ihnen ausgezogen und masturbiert haben soll. Diese Übergriffe seien demnach bei Treffen in Hotelzimmern und Büros passiert. Unter den Betroffenen sind Kolleginnen, die Vorfälle seit Ende der 1990er Jahre bis 2005 schilderten.

Der Sprecher von Louis C.K. teilte laut der "New York Times" mit, dass sich der Komiker zu einer Anfrage nicht äußern wollte. Am Donnerstag wurde die New Yorker Premiere seines neuen Films "Daddy, I love you" kurzfristig abgesagt. In dem Comedy-Drama mit den Darstellern Chloë Grace Moretz und John Malkovich spielt Louis C.K. eine Hauptrolle und führt auch Regie.

Der Kabelsender FX kündigte an, die Zusammenarbeit mit Louis C.K. zu überprüfen. Bisher seien keine Beschwerden über den Comedy-Star eingegangen. Der Kabelsender strahlt mehrere Sendungen von oder mit ihm aus. C.K. ist für seinen eher offenherzigen Humor bekannt, der oftmals Gespräche über Körperflüssigkeiten und Sex beinhaltet.

Sorgentelefon für Opfer sexueller Belästigung

In den vergangenen acht Jahren produzierte das Netzwerk FX fünf Shows mit dem Komiker, darunter seine Sitcom "Louie". Für diese wurde er mit einem Emmy geehrt. Die Television Academy, die jährlich den begehrten Fernsehpreis vergibt, erklärte am Donnerstag, alle Mitarbeiter in der TV-Branche verdienten, mit Würde, Respekt und frei von Belästigung behandelt zu werden.

Die Vorwürfe gegen C.K. sind die jüngsten in einer Serie von Anschuldigungen gegen prominente Hollywood-Persönlichkeiten. Sie begann mit einem Bericht über den Filmmogul Harvey Weinstein, der sich über Jahrzehnte hinweg übergriffig gegenüber Frauen verhalten haben soll. Auch Schauspieler Kevin Spacey ist von den Vorwürfen betroffen.

Als Reaktion auf die nicht anhaltenden Enthüllungen rund um männliche Hollywoodstars und ihre mutmaßlichen sexuellen Übergriffe hat der Verband Women in Film eine Hotline in Hollywood eingerichtet. Dort können mutmaßliche Opfer aus der Unterhaltungsbranche ab dem 1. Dezember anrufen, wenn sie über ihre Erfahrungen und mögliche rechtliche Folgen sprechen wollen.

(wer/dpa/AP)
 
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