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Kein Schadenersatz
Jauchs verlieren vor Menschenrechtsgericht

Günther Jauch verlieren Rechtsstreit um Medienbericht über ihre Hochzeit
Seit 2006 ist Günther Jauch mit seiner Frau verheiratet FOTO: dpa, soe vfd kde
Straßburg . Niederlage für Günther Jauch: Der TV-Moderator und seine Frau haben einen langjährigen Rechtsstreit um einen Medienbericht über ihre Hochzeit verloren. Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof in wies eine Beschwerde des Ehepaars ab, das seine Privatsphäre verletzt sah. 

Diese Entscheidung ist endgültig, der Rechtsstreit vor dem EGMR ist damit beendet. Die Forderungen des Ehepaars seien "offensichtlich unbegründet gewesen", stellten die Straßburger Richter fest. Die deutsche Justiz habe "sorgfältig zwischen dem Recht auf Schutz des Privatlebens und dem Recht des Magazins auf Pressefreiheit" abgewogen.

Der 59 Jahre alte Talkmaster und seine zwei Jahre jüngere Frau hatten im Juli 2006 in Potsdam geheiratet. Zu der Feier waren etwa 180 Menschen eingeladen, darunter der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD). Der Anwalt der Kläger hatte vorab der Presse mitgeteilt, das Paar wünsche keine Reportage mit Details über seine Hochzeit. Dennoch druckte die "Bunte" einen Artikel, der mit mehreren Fotos illustriert war.

Günther Jauch und seine Frau klagten auf 325.000 Euro 

Dorothea Sihler-Jauch zog gegen den Verlag vor Gericht. Sie machte Anspruch auf Schadenersatz wegen des unerwünschten Abdrucks der Fotos in Höhe von 250.000 Euro geltend. Außerdem forderte sie Schmerzensgeld in Höhe von 75.000 Euro. Im Januar 2008 gab ihr das Landgericht Hamburg teilweise Recht: Es stellte eine Verletzung der Privatsphäre fest und ordnete eine Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 25.000 Euro an. Die Schadenersatzforderung von 250.000 Euro wies das Gericht hingegen ab.

Dieses Urteil wurde im Oktober 2008 vom Hamburger Appellationsgericht aufgehoben. Jauch sei ein bekannter und einflussreicher Fernsehmoderator, argumentierten die Richter. Daher sei das Interesse der Öffentlichkeit an seiner Hochzeit legitim gewesen. Das Bundesverfassungsgericht nahm eine Beschwerde Sihler-Jauchs im Mai 2010 nicht an. In einem eigenen Verfahren forderte auch Ehemann Jauch Schadenersatz – ebenfalls vergeblich.

Hochzeit habe allgemein gültiges Interesse gehabt

Vor dem Gerichtshof für Menschenrechte machte das Paar geltend, die deutsche Justiz habe sein Recht auf Schutz des Privatlebens nicht ausreichend geschützt. Außerdem sahen die Kläger ihr Grundrecht auf Schutz des Eigentums verletzt, weil ihnen kein Schadenersatz wegen des unerwünschten Abdrucks der Fotos zugestanden wurde.

Diese Argumente wiesen die Straßburger Richter zurück. Jauch sei ein bundesweit bekannter Talkmaster, es habe daher ein "allgemeines öffentliches Interesse" an seiner Hochzeitsfeier gegeben. Im übrigen sei der Inhalt der Reportage von den Beschwerdeführern nicht beanstandet worden. Der Text habe auch nichts Negatives enthalten, das den Ruf des Paars hätte beschädigen können.

(crwo/afp)
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