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Lena Bröder im Interview
"Wir haben eine eigene Miss-Germany-Whatsapp-Gruppe"

Lena Bröder ist die "Miss Germany 2016"
Lena Bröder ist die "Miss Germany 2016" FOTO: dpa, pse
Düsseldorf. Die Religionslehrerin Lena Bröder aus Nordwalde bei Münster ist die neue "Miss Germany". Wir haben mit der 26-Jährigen über erste Reaktionen an ihrer Schule, die Miss-Germany-WhatsApp-Gruppe und Gebete vor großen Auftritten gesprochen. Von Ludwig Krause

Hatten Sie überhaupt schon einen Moment Ruhe seit der Wahl?

Bröder Nein, mein Telefon steht nicht mehr still. Die Reaktionen sind aber alle absolut positiv. Von Freunden, aber auch von den anderen Mädchen, die teilgenommen haben. Das glaubt man vorher gar nicht.

Sogar NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann hat gratuliert...

Bröder Ja. Wirklich unglaublich, dass meine Wahl auch von solch einer Seite begrüßt wird. Miss-Wahlen waren früher ja doch nicht immer unumstritten.

Hand aufs Herz: Wie viel Ellenbogen sind bei so einer Miss-Wahl dabei?

Bröder Ich hätte vorher erwartet, dass es bissiger zugeht. Andere Mädchen haben sogar geweint, weil sie sich so für mich gefreut haben – das bedeutet mir schon viel. Wir haben auch eine eigene WhatsApp-Gruppe, in der alle schreiben. Die ist in den vergangenen Tagen explodiert, weil wir so emotional geladen waren. Ich hoffe, dass wir den Kontakt noch länger halten können.

Sie sind Lehrerin für Religion und Hauswirtschaft an einer Gemeinschaftsschule in Münster. Gab es im Kollegium schon Reaktionen?

Bröder Als der erste große Artikel in der Zeitung stand, dass ich an der Wahl teilnehme, war ich gerade mit Zehntklässlern bei drei Tagen religiöser Orientierung. Das heißt, die unmittelbaren Reaktionen an der Schule habe ich gar nicht mitbekommen. Nach dem Bericht war mir aber klar: Jetzt weiß es jeder. Ein paar Nachrichten von Kollegen sind nach der Wahl auch schon gekommen. Natürlich freuen sich alle.

Wie sind Sie überhaupt dazu gekommen, die beiden Fächer zu unterrichten?

Bröder Die Kombination ist schon ein bisschen ungewöhnlich, stimmt. Das kommt aber einfach durchs Studium. Ich habe in Kassel Arbeitslehre studiert – und so hat sich das eben ergeben.

Schule und das Leben als "Miss Germany" – passt das vom Terminkalender zusammen?

Bröder Da kann ich eigentlich noch gar nicht viel zu sagen. Wir müssen jetzt erst einmal alles in Ruhe abklären.

Wie siegessicher waren Sie vorher?

Bröder Auch wenn das immer alle sagen: Aber ich habe wirklich nicht damit gerechnet, die Wahl zu gewinnen. Ich habe ja überhaupt sechs Jahre gebraucht, um dabei zu sein. Ein größeres Ziel als die Teilnahme habe ich mir nie gesteckt.

Dabei ist es nicht Ihr erster Sieg.

Bröder Die erste Wahl, die ich gewonnen habe, war die zur Miss Goslar 2009, da bin ich noch selbst zur Schule gegangen. Ich habe nie großartig gemodelt, aber bei den Miss-Wahlen habe ich ziemlich schnell Ehrgeiz entwickelt. Es macht einfach richtig großen Spaß: Die Atmosphäre, die positive Aufregung hinter der Bühne, kurz bevor es los geht.

Schicken Sie dann auch mal ein Stoßgebet nach oben?

Bröder Ja, aber die gehen dann eher an die Menschen, die nicht mehr dabei sein können.

Hilft Ihnen der Glaube bei den Wahlen?

Bröder Ja, ich schöpfe schon Hoffnung und Kraft daraus. Das kann man wirklich so sagen.

Was tut Ihnen jetzt am meisten weh?

Bröder Die Füße. Irgendwann hat man einfach keine Lust mehr, in den hohen Schuhen zu laufen. Aber wir hatten eine super Choreographin, die alles mit uns bis ins letzte Detail durchgegangen ist. So eine Wahl ist anstrengend und richtig harte Arbeit, da kommt man wirklich an seine Grenzen. Aber das Ergebnis lohnt sich.

Wie schalten Sie jetzt ab?

Bröder Ich bin schon seit 20 Jahren im Reitsport aktiv, habe auch ein eigenes Shetland-Pony, um das ich mich kümmere. Darauf kann ich zwar nicht reiten, dazu ist es ja viel zu klein. Es ist schon eher wie ein Hund. Aber dabei kann ich super abschalten.

(lukra)
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