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Jury kann sich nicht einigen
Prozess gegen Bill Cosby geht ohne Ergebnis zuende

Video: "Er hat uns versklavt"
Norristown. Der Missbrauchsprozess gegen den einstigen US-Fernsehstar Bill Cosby ist am Samstag vom Richter ohne Urteilsspruch beendet worden. Am sechsten Tag der Beratungen der Geschworenen stellte er fest, dass die Jury in einer hoffnungslosen Blockade stecke, die eine einstimmige Entscheidung für oder gegen Cosby verhindere.

Die Verteidigung des 79-jährigen Entertainers hatte angesichts der langwierigen Beratungen - 52 Stunden bis Samstag - schon gefordert, den Prozess ergebnislos zu beenden. Die Staatsanwaltschaft hat nun vier Monate Zeit, um sich für einen neuen Prozess gegen Cosby oder das Fallenlassen der Vorwürfe zu entscheiden.

Die zwölfköpfige Jury konnte sich am Samstag nach mehrtägigen Beratungen nicht auf ein Urteil für den US-Entertainer einigen, wie der Sender CNN und andere US-Medien berichteten.

Cosby wird in drei Punkten schwerer sexueller Missbrauch vorgeworfen. Seine Verteidigung argumentiert, er und die Klägerin Andrea Constand seien Geliebte und der Sex einvernehmlich gewesen. Constand sagte dagegen aus, Cosby habe ihr Pillen gegeben, die sie benommen gemacht hätten, ehe er sich an ihr vergangen habe. Rund 60 Frauen haben dem 79-Jährigen vorgeworfen, sie betäubt und missbraucht zu haben. Der Fall Constand ist der einzige, in dem strafrechtliche Anschuldigungen gegen Cosby erhoben worden sind.

Der Entertainer bedankte sich am Freitag bei seinen Fans und Unterstützern. Er wolle der Jury für ihre harte und ehrliche Arbeit danken, sagte Cosby. An Unterstützer, die sich vor dem Gerichtsgebäude versammelt hatten, appellierte er, ruhig zu bleiben und das Urteil abzuwarten.

(felt/dpa/ap)
 
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