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Ehemaliger KGB-Spion
Marcus Klingberg ist tot

Tel Aviv. Ein israelischer Wissenschaftler, der wegen Spionage für die frühere Sowjetunion gut zwei Jahrzehnte in Haft verbracht hat, ist tot. Marcus Klingberg ist im Alter von 97 Jahren gestorben, berichten israelische Medien.

Klingberg war 1983 vom Inlandsgeheimdienst Schin Bet verhaftet worden, weil er sein Wissen über biologische Waffen an die Sowjetunion weitergegeben hatte. Er sei der ranghöchste russische Spion gewesen, der je in Israel gefasst wurde, schrieb die Zeitung "Haaretz".

Klingberg wurde in Polen als Sohn einer religiösen jüdischen Familie geboren und zog während des Zweiten Weltkriegs in die Sowjetunion, wo er als Oberst in der Roten Armee diente. Seine Eltern wurden während des Holocausts ermordet. 1948 wanderte Klingberg nach Israel ein.

Der Biologieprofessor diente später als Vize-Chef des streng geheimen Instituts für Biologische Forschung in Nes Ziona, bevor er von einem Doppelagenten enttarnt wurde. Nach Ansicht des israelischen Geheimdienstes hatte er seit seiner Einwanderung als Spion des russischen Geheimdienstes KGB gearbeitet.

Den Großteil einer 20-jährigen Haftstrafe verbüßte Klingberg im Gefängnis, die letzten Jahre unter Hausarrest. 2003 durfte er zu seiner Tochter nach Paris ausreisen.

(dpa)
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