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Rapper soll Joint geraucht haben
Sidos Faustschlag hat ein Nachspiel
Rapper soll Joint geraucht haben: Sidos Faustschlag hat ein Nachspiel
Sido ist seinen Job als Juror beim österreichischen Fernsehen los. FOTO: dpa
Wien. Die gewalttätige Auseinandersetzung von Rapper Sido mit einem Journalisten wird auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Außerdem gibt es neue Vorwürfe: Sido soll hinter der Bühne gekifft haben.

Die Wiener Polizei wird wegen des Verdachts auf Körperverletzung Ermittlungen einleiten, wie Polizeisprecher Roman Hahslinger der dpa am Montag sagte. Der betroffene Journalist brachte bis Montagvormittag keine Klage ein.

Außerdem kam ein weiteres mögliches Vergehen des 31-jährigen Berliners ans Licht: Sido, der als Juror in der österreichischen Casting-Show "Die große Chance" saß, soll hinter der Bühne gekifft haben. Das berichteten mehrere Tageszeitungen. Die Polizei werde auch diesem Hinweis nachgehen, sagte Hahslinger.

Sido versetzte Freitagabend einem Journalisten einen Faustschlag und beschimpfte ihn wüst. Der Rapper wurde daraufhin vom TV-Sender gekündigt und zeigte sich in einem ersten Statement kleinlaut. Am Sonntag hatte er sich bei der Mutter seines Kontrahenten entschuldigt. Auf Twitter schrieb er: "Sorry fr. Heinzel". Er hatte die Mutter des Journalisten Dominic Heinzel in einem verbalen Schlagabtausch übel beschimpft. 

Am Samstagabend zeigte der ORF Videomaterial des Vorfalls in der Sendung des betroffenen Journalisten. Während der Live-Sendung Freitagabend bezeichnete Sido den Journalist und TV-Moderator Heinzl als "Dominic Hampl oder wie der heißt". Als der Journalist nach dem Ende der Show das Gespräch mit Sido suchte, kam es zum Handgemenge. Ein Security-Mann von Sido versuchte zu verhindern, dass eine ORF-Kamera die Situation filmte. Kamera und Ton liefen trotz dieser Behinderung aber weiter. So ist zu sehen, wie Heinzl plötzlich zu Boden geht.

"Sido 1 Heinzl 0"

"Ich bin extrem enttäuscht, da ich Sido als Künstler, Juror und auch als polarisierende Persönlichkeit schätzen gelernt habe. Auch wenn gegenseitige Provokationen unintelligent sind und auch wenn man seine Lebensgeschichte mit in Betracht zieht und respektiert, so ist aber dann die Grenze erreicht, wenn es gewalttätig wird", sagte ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner zum Rauswurf.

Sidos Management war auf Anfragen der dpa auch am Sonntag nicht erreichbar. Der Rapper meldete sich aber am Samstag auf Twitter selbst zu Wort: "good bye orf1 !!!!" Außerdem veröffentlichte Sido, der mit bürgerlichem Namen Paul Würdig heißt, einen Link zu einer Facebook-Gruppe, die sich mit ihm solidarisierte. "Sido 1 Heinzl 0" hatte bis Sonntagmittag über 42.000 Likes bekommen.

In Sozialen Netzwerken wurde die Auseinandersetzung der beiden Männer viel diskutiert. Das Gerücht, der Journalist habe Sido vor dem Faustschlag angespuckt, hielt sich hartnäckig. Auf dem veröffentlichten Video war das nicht zu sehen. Der ORF erklärte, dazu sei es nicht gekommen. 

Am Sonntagabend distanzierte sich der Rapper schließlich von seiner Attacke. "Ich bin zu weit gegangen und hätte das Problem mit Herrn Heinzl anders lösen müssen", erklärte er in einem auf seiner offiziellen Facebook-Seite eingestellten Beitrag. Nachdem er und der Journalist seit zwei Jahren immer wieder aneinandergeraten seien, habe er "auf Grund seiner wiederholten Provokationen leider die Beherrschung verloren".

Am Montag wurde bekannt, dass das tägliche Societymagazin "Chili" von Heinzl mit Jahresende eingestellt wird. Gerüchte über ein Ende der Sendung gab es schon länger. Mit der Rangelei zwischen Sido und Heinzl habe das Aus nichts zu tun, wie der ORF-Sprecher Martin Biedermann der dpa am Montag sagte. "Es gibt keinerlei Zusammenhang", sagte Biedermann. Ob Heinzl künftig in anderer Form im ORF zu sehen sein wird, stehe noch nicht fest.

Quelle: dpa/AFP
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