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Medienkritik auf Facebook
Silly will nicht nur "Ost-Band" sein

Medienkritik auf Facebook: Silly will nicht nur "Ost-Band" sein
Die Ost-Kultband Silly wird immer wieder mit ihrer Herkunft konfrontiert. FOTO: dpa, mac kde
Magdeburg. Vor drei Jahren gab die Band Silly nach langer Zeit ihr Comeback mit der neuen Frontfrau Anna Loos. Vor der Veröffentlichung des neuen Albums wehrt sich die Band gegen ihr Image als Ost-Band - und die ihrer Meinung nach einseitige Bereichterstattung.

Die einstige DDR-Kultband Silly will nicht länger als Ost-Band gelten. "Wir haben viele alte Fans abgeholt, die Silly aus dem Osten kannten, das stimmt. Wir haben aber auch viele neue Fans getroffen auf unserem Weg", sagte Frontfrau Anna Loos (42) am Montag bei der Vorstellung ihres neuen Albums "Kopf an Kopf" beim Radiosender SAW in Magdeburg.

Die alten Stücke, die sie bekannt gemacht haben, spielen sie trotzdem noch. "Die Songs von damals haben auch heute noch eine Relevanz", sagt Loos. "Wir spielen diese Songs nicht aus dem Grund, weil es Ost-Songs sind, sondern wir spielen sie, weil sie etwas machen mit den Zuhörern und weil wir sie damit erreichen." Gitarrist Hassbecker sieht es pragmatischer: "Die alten Songs sind ja für viele Menschen, die uns jetzt erst entdecken, auch neue Songs.

Medienschelte auf Facebook-Fansite

Unmittelbar nach der Vorstellung des neuen Albums legte die Band auf ihrer Fanbook-Fansite nach und kritisierte die ihrer Meinung nach ungenügende und einseitige Berichterstattung über Silly in den Medien. "So langsam hab ich die Schnauze voll von so einigen Schreiberlingen. Die drehen einem mit Absicht das Wort im Munde rum, in der Hoffnung sie kriegen ne dicke Zeile verkauft", schreiben Silly auf Facebook. 

Anlass für den Rundumschlag war der Besuch eines Journalisten bei der Vorstellung des Albums. Diesem wirft die Band vor, sich ausschließlich auf die Herkunft der Band  zu konzentrieren. "Zum Album hat der nicht eine Frage gestellt. Wahrscheinlich kannte er es nicht. Dafür aber zum Thema 'Ostband', immer und immer wieder. Das Thema ist für uns nicht neu und auch unsere Antworten darauf sind klar", so die Band.

"Ich könnte kotzen!!!"

Auch dass sie stolz auf ihre Heimat und ihre Vergangenheit seien, lasse der Journalist bewusst unerwähnt: "Und er schreibt auch nicht, dass wir uns bloß nicht auf dieses Label "Ost-Band" oder "Ostrock-Band" beschränken lassen." Dabei müsse der Journalist eigentlich wissen, wie sich einseitige bereichtersttung anfühle, mutmasst die Band weiter "denn er kam mit Sicherheit auch aus dem Osten. Ich könnte kotzen!!!"

Verfasser des Beitrages ist der Bassist Uwe Hassbecke. Von ihren Fans bekam die Band erwartungsgemäß viel Unterstützung. Viele Anhänger empfinden die Berichterstattuing über Silly als ähnlich einseitig. Mit dem Titel "Alles Rot" waren Silly 2010 für Sachsen-Anhalt beim Bundesvision Song Contest angetreten und auf den zweiten Platz gekommen. Das neue Album erscheint diesen Freitag.

(dpa/sap)
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