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Amerika zelebriert das Woods-Comeback
"So groß wie die Vereidigung Obamas"

Porträt: Tiger Woods – der abgestürzte Golf-Dominator
Porträt: Tiger Woods – der abgestürzte Golf-Dominator FOTO: dpa, wo mr
Orlando (RPO). Amerika liebt seine gefallenen Helden. Deshalb wird das sportliche Comeback von Tiger Woods in den US-Medien groß gefeiert. Kommentatoren vergleichen die Rückkehr des besten Golfers aller Zeiten mit der Vereidigung von Präsident Barack Obama. Dieser lobt Woods als "tollen" Golfer, mahnt ihn aber zugleich, weiter an seinen privaten Problemen zu arbeiten.

Knapp vier Monate nach Bekanntwerden seiner zahlreichen außerehelichen Affären will der US-Ausnahmegolfer Tiger Woods nun wieder mit sportlichen Leistungen für Schlagzeilen sorgen. Der 34-Jährige kündigte am Dienstag auf seiner Website sein Comeback auf dem Golfplatz für April an. "Nach einer langen und notwendigen Pause" fühle er sich dazu bereit, erklärte Woods und löste damit in Amerikas Sportwelt Euphorie aus.

Experten rechnen schon mit einem der größten Medienereignisse überhaupt. "Das wird neben der Ernennung von Barack Obama zum US-Präsidenten möglicherweise das größte Medienspektakel der jüngsten Geschichte", kündigte Sean McManus, Sport-Präsident des übertragenden TV-Sender CBS an. "Es ist großartig für den Golfsport, dass er zurück ist", freut sich Padraig Harrington, dreimaliger Sieger eines Major-Turniers.

Auch der Präsident höchstpersönlich kommentiert das Comeback des gefallenen Sport-Helden: Woods sei immer noch ein "toller" Golfer, sagte Präsident Obama. Er müsse aber noch weiter an seinen privaten Problemen arbeiten, sagte Obama dem US-Sender Fox News Channel. 

Geht es um den Sport, gibt sich Woods in diesen Tagen Ehrgeizig. Bei seinem Privatleben zeigt er dagegen Demut: Er wolle seine Saison bei den US-Masters in Augusta im US-Bundesstaat Georgia beginnen. "Bei dem Masters habe ich mein erstes Major-Turnier gewonnen, ich betrachte dieses Turnier mit großem Respekt", erklärte Woods. Das Golfturnier wird vom 8. bis zum 11. April ausgetragen. "Ich glaube, ich muss in Augusta dabei sein, auch wenn es schon ein bisschen her ist, dass ich gespielt habe." Woods stand seit Mitte November bei keinem Turnier mehr auf dem Golfplatz.

Der Ausnahmesportler betonte zugleich, dass er weiter daran arbeiten müsse, sein Privatleben in den Griff zu bekommen. "Auch wenn ich in den Wettbewerb zurückkehre, habe ich in meinem Privatleben noch eine Menge Arbeit vor mir", erklärte Woods. Er habe sich bereits einer zwei Monate langen Therapie unterzogen und werde die Behandlung fortsetzen. Laut US-Medien lässt er sich wegen einer Sex-Sucht behandeln.

Seine außerehelichen Eskapaden waren nach und nach ans Licht gekommen, nachdem er Ende November auf seinem Anwesen einen Autounfall hatte. Medienberichten zufolge war seine wütende Frau, das frühere Model Elin Nordegren, mit einem Golfschläger hinter ihm hergelaufen. In der Folge wandten sich zahlreiche Frauen an die Öffentlichkeit, die nach eigenen Angaben ein Verhältnis mit Woods hatten. Im Februar brach Woods mit einer öffentlichen Reue-Erklärung sein monatelanges Schweigen und entschuldigte sich für seine Affären.

Das Verhältnis zu seiner Frau scheint Woods jedenfalls wieder einigermaßen gekittet zu haben. Die "New York Post" druckte am Dienstag ein Foto ab, das die beiden vor ihrem Haus zeigt. Es ist das erste Bild der beiden, seit der Skandal publik wurde.

Auch sportlich dürfte es für den weiterhin weltbesten Golfer wieder bergauf gehen, der im Zuge der Affäre einige Sponsoren verloren hatte. "Wir brauchen ihn hier zurück", sagte Rocco Mediate, der Woods bei den US Open 2008 unterlegen war. "Wenn einer sowas meistern kann, dann er. Wir werden sehen." Auch der südafrikanische Golfer Trevor Immelman freute sich über die Comeback-Ankündigung: "Es ist hart für eine Sportart, wenn die Nummer eins nicht dabei ist. Es ist fantastisch für den Sport, die Tour und unsere Sponsoren, dass wir ihn zurückhaben." Für seine Kontrahenten bedeutet die Rückkehr des einstigen Publikumsmagneten auch ein Anstieg bei den Preisgeldern.

(AFP/tim)
 
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