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Was Kim Kardashian jetzt in Armenien macht

Reise nach Eriwan: Armenien im Kardashian-Fieber
Reise nach Eriwan: Armenien im Kardashian-Fieber FOTO: afp, an/RT
Yerevan. Das amerikanische TV-Sternchen reist erstmals in die Kaukasusrepublik, das Heimatland ihres Vaters. Sie will des Völkermordes an den Armeniern vor 100 Jahren gedenken. An ihrer Seite: ein Kamerateam. Von Jan Dobrick

Immer wenn Kim Kardashian einen Schritt vor die Tür setzt, steht sie im Rampenlicht. Alle Scheinwerfer sind auf sie gerichtet. So ist es das amerikanische Reality-TV-Sternchen aus der Familien-Soap "Keeping Up with the Kardashians" gewohnt, das sich mit Schokoladenseite und Sonnenbrillen-Lächeln gekonnt in jedes Blitzlichtgewitter wirft. Darum ist das ohrenbetäubende Spektakel, das kurz nach ihrer Landung in der armenischen Hauptstadt Eriwan veranstaltet wird – und damit unzählige Schritte vor ihrer Haustür in Bel Air –, für sie auch kein Spektakel, sondern  vermutlich reine Routine.

Die Menschenmenge tobt, als Kim Kardashian mit Ehemann, dem US-Rapper Kanye West, der 21 Monate alten Tochter North und Schwester Khloe in Armenien landet, dem Land, aus dem die Vorfahren ihres Vaters Ende des 19. Jahrhunderts in die USA auswanderten. Mädchen in Tracht empfangen die US-Stars mit Brot und Salz, die Reporter, die sich um die Prominenten tummeln, mit Fragen: "Ich bin glücklich, hier zu sein", antwortet Kardashian kurz, knapp und ein wenig gelangweilt.

Doch der Blitzlicht-Marathon ist mit dem Auftritt am Flughafen noch nicht beendet: Auch vor ihrem Hotel in der Innenstadt warten Menschenmassen und Kamerateams auf Kardashian und ihre Begleiter. Die 34-jährige ist erstmals in Armenien.

Mit ihrer Reise will die Schauspielerin des Völkermordes vor 100 Jahren gedenken. Das Osmanische Reich begann am 24. April 1915 im Zuge des Ersten Weltkriegs mit der Verhaftung von Armeniern. Bei der rücksichtslosen Verfolgung der Minderheit wurden nach armenischen Angaben 1,5 Millionen Armenier getötet. Die Armenier sprechen von einem gezielten Völkermord, die Türkei als Nachfolgestaat des Osmanischen Reichs weist das zurück. Ankara behauptet unter anderem, dass die Opferzahlen übertrieben seien.

Die Kaukasusrepublik erinnert in den kommenden Tagen mit großen Trauerfeierlichkeiten an den Beginn des Massenmordes vor 100 Jahren. Eine Zeremonie mit Staatsgästen ist am 24. April geplant.

"Wir sind so dankbar, hier zu sein und diese einmalige Reise zu beginnen", twitterte die Schauspielerin. Sie könne es kaum erwarten, das Land zu erforschen. Kardashian plane einen Abstecher zum Zizernakaberd-Mahnmal in Eriwan, das an den Völkermord erinnert, und in das Nationalarchiv, um nach Unterlagen über ihre Vorfahren zu suchen. Auch ein Besuch bei Verwandten in der Stadt Gjumri stehe auf dem Programm, heißt es aus ihrem Umfeld.

Kardashian hat bei ihrer achttägigen Reise aber nicht nur armenische Kameras vor der Nase. Der Reality-TV-Star hat gleich sein eigenes Kamerateam mitgebracht. Dass die 34-Jährige beabsichtigt, eine Dokumentation über den Genozid zu drehen, ist aber unwahrscheinlich. Der US-Sender E! Entertainment Television, der die Prominenten begleitet, widmet sich in der Regel der Welt des internationalen Show-Business – und wird in der armenischen Hauptstadt Eriwan eine neue Episode der Familien-Soap "Keeping Up with the Kardashians" produzieren.

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