Streit mit CIA um Protokolle: Lockerbie-Ankläger mit ersten Fortschritten
zuletzt aktualisiert: 23.08.2000 - 10:38Kamp Zeist (dpa). Der oberste Ankläger Schottlands hat am Mittwoch im Lockerbie-Prozess erste Fortschritte in Verhandlungen mit dem US-Geheimdienst CIA um Vernehmungsprotokolle eines wichtigen Zeugen gemeldet. Bereits am Donnerstag hoffe er eine Version von Dokumenten vorlegen zu können, in denen weniger Stellen unleserlich gemacht sind als in vorliegenden Papieren, ließ er mitteilen.
Das Gericht hatte ihn nach Beschwerden der Verteidigung am Dienstag dazu beauftragt. Die Beschwerde folgte auf Informationen, nach denen die Anklage den Inhalt der geschwärzten Stellen kannte, die Verteidigung aber nicht.
In den CIA-Unterlagen geht es um Angaben von Abdu Majed Jiacha, den die Anklage in Kürze als Zeuge aufrufen will. Jiacha war zusammen mit den angeklagten Libyern Abdel Bassit Ali el Mikrahi und Amin Chalifa Fuheima 1988 in der Station Malta der libyschen Fluggesellschaft Libyan Arab Airlines tätig, als er der CIA seine Mitarbeit anbot. Von seiner Aussage werden wichtige Angaben über die Aufgabe eines Koffers mit einer Bombe in Malta erwartet. Nach Darstellung der Anklage gelangte die Bombe via Frankfurt und London an Bord einer Boeing 747 der US-Fluggesellschaft PanAm und explodierte am 21. Dezember über der schottischen Ortschaft Lockerbie. Dabei kamen 270 Menschen ums Leben.
Die beiden angeklagten Libyer werden für den Anschlag verantwortlich gemacht. Ihr Prozess vor schottischen Richtern im niederländischen Militärstützpunkt Kamp Zeist ist erst nach einem jahrelangen internationalen Tauziehen zustande gekommen. Das Verfahren hat am 3. Mai begonnen.
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