69-Jähriger hat drei Menschen getötet und sich umgebracht: Ludwigshafen: Täter wollte sich an Ärzten rechnen
zuletzt aktualisiert: 16.05.2003 - 13:51Ludwigshafen (rpo). Die Bluttat von Ludwigshafen ist ein Racheakt gewesen. Ein 69 Jahre alter Mann hatte seine Ehefrau, zwei Ärzte und sich selbst getötet. In einem Abschiedsbrief hat der Waffennarr über sein Motiv informiert.
Den Abschiedsbrief entdeckte die Polizei in der Wohnung des 69 Jahre alten Mannes. Darin habe der Rentner angekündigt, seine Frau von ihrem Krebsleiden erlösen und sich das Leben nehmen zu wollen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mit.
Der Italiener hatte am Donnerstagvormittag in kurzen Abständen zwei Internisten in deren Praxen erschossen und sich vor seiner Festnahme mit einem Schuss in die Brust selbst getötet. Anschließend fanden die Polizeibeamten in der Wohnung des 69-Jährigen die Leiche seiner Frau, die ebenfalls erschossen worden war. Die Frau habe an einer sich verschlechternden Krebserkrankung gelitten, sagte der Hausmeister des Wohnkomplexes, in dem das Paar seit mehreren Jahren lebte.
Der Leitende Oberstaatsanwalt in Frankenthal (Rheinland-Pfalz) wollte nicht bestätigen, dass die Frau krebskrank war. Die Unterlagen seien noch nicht ausgewertet. Der 69-Jährige selbst sei jedoch davon ausgegangen, dass seine Frau unheilbar krank war, sagte Liebig. Er wertete die Todesschüsse "einerseits als Verzweiflungstat wegen der Erkrankung der Frau". Andererseits habe es sich "um einen Akt der Selbstjustiz" gehandelt. Nach seinen Angaben waren der 69-Jährige und seine Frau bei beiden Ärzten in Behandlung.
In der Wohnung des Mannes fanden die Beamten auch vier Gewehre und eine Pistole, für die der 69-Jährige eine Waffenbesitzkarte hatte. Nach seinem Selbstmord wurden bei ihm zudem zwei Pistolen gefunden, von denen er eine ohne Berechtigung besaß.
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