Behörden geben Entwarnung: Ludwigshafen: Trinkwasser ist sauber
zuletzt aktualisiert: 09.07.2000 - 13:08Ludwigshafen (AP). Die Bewohner von Ludwigshafen können ihr Trinkwasser wieder uneingeschränkt genießen: Nach Angaben der Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) besteht kein Verdacht mehr auf Verseuchung mit Kolibakterien. Das vorsorglich erlassene Abkochgebot wurde am Sonntag nach zwei Tagen wieder aufgehoben. Betroffen waren rund 57.000 Menschen in der Stadt und im Landkreis Ludwigshafen. Zur Sicherheit werde das Gesundheitsamt die Trinkwasseranalysen aber noch zwei Wochen lang fortsetzen, hieß es.
In einem Ludwigshafener Wasserwerk waren am Donnerstag Kolibakterien entdeckt worden. Das Werk versorgt rund die Hälfte des Stadtgebiets sowie die benachbarte Gemeinde Neuhofen. Daraufhin hatten Experten Proben aus dem gesamten Trinkwassernetz der Stadt entnommen. Laut TWL ergab sich eine mögliche Belastung nur im Stadtteil Rheingönheim, die sich später aber als falsch herausstellte: Auch dort war das Trinkwasser sauber. Erkrankungen, die eindeutig auf Kolibakterien zurückzuführen sind, wurden nicht gemeldet.
Besorgte Anrufe
Nach Angaben der TWL besteht der dringende Verdacht, dass die in dem Wasserwerk entdeckten Kolibakterien aus einem Erdbehälter stammen, der längere Zeit wegen Überholungsarbeiten vom Netz war und dann wieder angebunden wurde. Der Behälter sei schon am Mittwoch vor Kenntnis der ersten Laboruntersuchungen wieder vom Netz genommen worden. In Wasserproben aus dem betreffenden Tank seien schließlich von Fäkalien stammende Kolibakterien entdeckt worden. Gesundheits- und Ordnungsamt hatten daraufhin vorsorglich angeordnet, Wasser nur im abgekochten Zustand zu trinken, weil damit Kolibakterien zuverlässig abgetötet werden.
Nach Bekanntwerden der etwaigen Verseuchung des Trinkwassers waren die Behörden in Ludwigshafen mit einer Flut besorgter Anrufe konfrontiert worden. Bürger, die unter Durchfall litten, wollten wissen, ob sie sich über Kolibakterien aus dem Trinkwasser angesteckt haben könnten. Diese können vor allem bei Kindern Durchfall, Hirnhautentzündung und Harnwegsinfektionen auslösen. Erst im Mai starben in der kanadischen Provinz Ontario mindestens sieben Menschen, die mit Kolibakterien verseuchtes Wasser getrunken hatten.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







