Offenbar geistig Verwirrter drohte mit Sprengung: Lyon: Flugzeug-Entführer festgenommen
zuletzt aktualisiert: 27.11.2002 - 21:24Lyon (rpo). Ohne Blutvergießen ist am Mittwoch auf dem Flughafen von Lyon eine versuchte Flugzeugentführung zu Ende gegangen. Der offenbar geistig verwirrter Attentäter ist festgenommen worden.
Der 29 Jahre alte Stefano Savorani drohte nach Polizeiangaben an Bord einer MD-80 der Alitalia auf dem Weg von Bologna nach Paris mit einer Bombenattrappe und bezeichnete sich als Mitglied des Terrornetzwerks El Kaida. Nach der Landung im südostfranzösischen Lyon ergab sich der Luftpirat. Es gab keine Verletzten.
"Oh Gott, er hat es nochmal gemacht", zitierte die italienische Nachrichtenagentur ANSA die Mutter Orella Savorani. Ihr Sohn hatte bereits im März 1999 einen Airbus A320 der Air France aus Marseille mit einer Bombenattrappe zu einer Landung auf dem Pariser Charles-de-Gaulles-Flughafen gezwungen. Auch damals ließ er sich schließlich ohne Gegenwehr festnehmen.
Bei dem Luftpiraten handelt es sich der Agentur AGI zufolge um einen früheren Polizisten, der wegen psychischer Probleme vom Dienst suspendiert und 1998 in einer Nervenheilanstalt behandelt wurde. Laut Polizei in Bologna versuchte Savorani im gleichen Jahr, einen Zug zu entführen.
Mutter Orella Savorani sagte: "Ich habe mir stundenlang Sorgen gemacht, weil er nicht zur Essenszeit nach Hause gekommen ist. Heute morgen hat er mich um 500 Euro gebeten und erklärt, er müsse nach Bologna und seine Universitätsgebühren bezahlen."
Am Mittwoch hielt ihr Sohn französischen Polizeiangaben zufolge im Luftraum über der Schweiz eine Schachtel hoch und erklärte, es handele sich um eine Bombe. Der Pilot entschloss sich zur Landung auf dem Lyoner Flughafen Saint-Exupéry. Dort verließ Savorani gegen 16.10 Uhr nach den Passagieren und der Besatzung das Flugzeug und wurde von Mitgliedern der Polizeispezialeinheit GIPN festgenommen. Nach Polizeiangaben befand sich keine Bombe an Bord. Es gab keine Verletzten, wie Alitalia mitteilte.
Das Personal der italienischen Fluggesellschaft und der Air France hätten die Passagiere des gemeinsamem Code-Sharing-Flugs in Empfang genommen. "Die Entführung endete ohne jede Auswirkungen." Über die Zahl der Menschen an Bord gab es widersprüchliche Angaben. Während die französischen Behörden von 67 Passagieren und sieben Besatzungsmitgliedern sprachen, gab Alitalia die Zahl der Menschen an Bord mit 57 an.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







