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Täter stellten bisher keine Forderungen: Malaysia hat Geiselnehmer geortet

zuletzt aktualisiert: 24.04.2000 - 21:40

Semporna/Malaysia (AP). Auf einer Taucherinsel im Osten Malaysias sind mindestens 20 Menschen, darunter drei deutsche Touristen, als Geiseln genommen worden. Ein Kommando von sechs schwer bewaffneten Männern überfiel die Gruppe am Sonntagabend am Strand von Sipadan, raubte ihnen Bargeld und Schmuck und brachte sie auf zwei Boote. Der malaysische Verteidigungsminister Najib Tun Razak erklärte am Montag, man kenne den Aufenthaltsort der Geiselnehmer. Dieser sei durch die Suche per Luft und See ermittelt worden. Nach Informationen des Auswärtigen Amtes stammen die drei entführten Deutschen aus Niedersachsen. Eine Miturlauberin erklärte, die dreiköpfige Familie komme aus Hannover. Im Auswärtigen Amt trat noch am Montagnachmittag ein Krisenstab zusammen.

Die Geiselnehmer stellten nach Polizeiangaben keine Forderungen. Nach Angaben des stellvertretenden malaysischen Ministerpräsidenten Abdullah Ahmad Badawi handelt es sich um Philippiner. Die philippinischen Behörden prüfen, ob es einen Zusammenhang zu einer Geiselnahme auf der südphilippinischen Insel Basilan gibt, wo Moslemrebellen am 20. März mehr als 50 Menschen entführten. Der malaysische Außenminister Syed Hamid Albar sagte am Montag, die Geiseln seien sicher. Diese Information sei dem Ministerium übermittelt worden. Einzelheiten nannte er jedoch nicht.

Die Rettungsmaßnahmen werden von der philippinischen und malaysischen Marine koordiniert. Bei den entführten Touristen handelt es sich Außenminister Syed Hamid zufolge um drei Deutsche, zwei Franzosen, zwei Finnen, zwei Südafrikaner und einen Libanesen. Außerdem wurden neun Malaysier und ein Philippiner als Geiseln genommen, die auf der Insel arbeiteten. Zwei Amerikanern war zuvor die Flucht gelungen. Augenzeugen berichteten, dass die Geiseln gezwungen wurden, zu den Booten zu schwimmen.

Der Krisenstab des Auswärtigen Amtes steht der Mitteilung zufolge in Kontakt mit den Lagezentren der Außenministerien Frankreichs und Finnlands. Der stellvertretende Leiter der Deutschen Botschaft in Kuala Lumpur hat sich nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin offiziell an die malaysische Regierung gewandt mit der Bitte, alles zu tun, um das Leben der Geiseln zu schützen und ihre Befreiung zu erreichen. Ein Vertreter der Botschaft werde zudem so bald wie möglich zur Insel Sipadan reisen. Außerdem sei die Deutsche Botschaft in Manila in Bereitschaft versetzt worden für den Fall, dass das Schiff mit den Entführten philippinische Hoheitsgewässer erreiche.

Sipadan gilt als eines der zehn schönsten Taucherparadiese der Welt und liegt vor der Nordostküste von Sabah, dem malaysischen Teil von Borneo. Die andere Hälfte gehört zu Indonesien. Beide Staaten streiten seit 1969 um die Souveränität über die in der Celebessee gelegenen Inseln Sipadan und Ligitan. Der Fall liegt derzeit vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Zum Schutz der Korallen dürfen sich auf Sipadan nur 80 Taucher zur gleichen Zeit aufhalten.

Quelle: RPO Archiv

 
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