Kidnapper sprang mit Fallschirm ab / Maschine gelandet: Manila: Flugzeugentführung unblutig beendet
zuletzt aktualisiert: 25.05.2000 - 18:37Manila (dpa). Die Entführung eines Passagierflugzeugs der Philippine Airlines ist am Donnerstag ohne Blutvergießen zu Ende gegangen. Der Airbus 330 landete sicher auf dem Flughafen von Manila, alle 278 Passagiere und 13 Besatzungsmitglieder konnten die Maschine anschließend verlassen. Der mit einer Handfeuerwaffe und einer Handgranate bewaffnete Entführer hatte dem Piloten befohlen, zum Startflughafen Davao im Süden der Philippinen zurückzukehren. Nach Aussage des Piloten reichte dafür aber der Treibstoff nicht.
Der Entführer nahm den Passagieren nach offiziellen Angaben das Geld ab und sprang dann in 1.800 Metern Höhe mit einem selbstgebauten Fallschirm ab. Zuvor wurde der Luftdruck in der Kabine den Außenverhältnissen angepasst. Die Polizei fahndete im Absprunggebiet rund 45 Kilometer von Manila entfernt nach dem Mann. Ob er Komplizen an Bord hatte, war zunächst nicht bekannt. Pilot Emmanuel Generoso beschrieb den Mann als verstört, er habe geweint.
Angesichts der Geschwindigkeit des Flugzeugs und der Turbulenzen in seinem Sog bezweifle er, dass der Entführer den Sprung überlebt habe. Nach der Entführung wurden auf allen Flughäfen im Süden des Landes erhöhte Sicherheitsvorkehrungen angeordnet. Das Flugzeug mit 291 Menschen an Bord befand sich auf dem Weg von Davao nach Manila. Im Süden der Philippinen werden zurzeit 21 Menschen von einer Moslemgruppe als Geiseln festgehalten, darunter auch drei Deutsche.
In den vergangenen Monaten kam es in den Philippinen auch mehrfach zu Bombenanschlägen, die nach Erkenntnissen der Behörden vermutlich ebenfalls auf das Konto islamischer Rebellen gehen. Sie fordern einen eigenen Staat im Süden der Philippinen.
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