Drei Verdächtige festgesetzt: Marburg: Festnahmen nach Anschlag auf Firma
zuletzt aktualisiert: 21.12.2000 - 12:47Marburg (AP). Der Sprengstoffanschlag auf eine Metallbaufirma im mittelhessischen Dautphetal vom vergangenen Oktober ist offenbar aufgeklärt. Wie die Polizei in Marburg am Donnerstag mitteilte, wurden drei Männer im Alter von 29 bis 40 Jahren sowie eine 45-jährige Frau als Tatverdächtige festgenommen. Unter Beteiligung eines mobilen Einsatzkommandos hatten die Beamten sieben Wohnungen und Betriebsräume in Frankfurt am Main und Butzbach durchsucht.
Der 40-jährige Verdächtige, Inhaber eines Frankfurter Montageunternehmens, soll geschäftliche Differenzen mit der Metallbaufirma gehabt haben. Nach den bisherigen Ermittlungen beauftragte er daraufhin zwei 35- und 29-jährigen Bekannte, den Sprengstoffanschlag auszuführen. Dabei entstand ein Sachschaden in Höhe von 350.000 Mark.
Den Angaben zufolge wurde das geschädigte Unternehmen nach dem Anschlag auch telefonisch erpresst. Ein Unbekannter habe 170.000 Mark verlangt, ohne jedoch etwas über die Übergabemodalitäten zu sagen. Die Höhe der Summe entspricht laut einem Polizeisprecher in etwa einer ausstehenden Forderung, die das Frankfurter Montageunternehmen gegenüber der geschädigten Metallbaufirma hatte. Nach dem einem Telefonanruf meldeten sich die Erpresser jedoch nicht wieder.
Die Staatsanwaltschaft Marburg ermittelt nun wegen Verdachts der versuchten Erpressung und der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion. Bei der Festnahme der Tatverdächtigen, die nach Polizeiangaben alle aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen, fanden die Beamten bei dem 35-Jährigen 100 Schuss Munition und ein noch nicht näher identifiziertes Pulver. Vermutlich handele es sich um pyrotechnisches Material. Gegen den 29-Jährigen liege zudem ein Haftbefehl vor, da er sich illegal in Deutschland aufgehalten habe. Außerdem sei eine scharfe Pistole mit Munition sichergestellt worden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







