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Mainz/Berlin
Merkel nennt neue Satire über Erdogan verletzend

Mainz/Berlin. An der Sendung "Neo Magazin Royale" wird sich nach der Aufregung um ein Schmähgedicht des Satirikers Jan Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nichts ändern. Das betonte gestern ein ZDF-Sprecher. Von politischer Seite kam Kritik an dem Beitrag. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte ihn "bewusst verletzend".

Der ZDF-Sprecher verwies auf frühere Aussagen von Programmdirektor Norbert Himmler und Unternehmenssprecher Alexander Stock. Himmler hatte erklärt: "Wir sind bekannt dafür, dass wir bei unseren Satire-Formaten breite Schultern haben und den Protagonisten große Freiräume geben." Es gebe aber Grenzen der Ironie und der Satire.

Das ZDF hatte in der Wiederholung der Sendung einen Beitrag gestrichen, der am vorigen Donnerstag auf ZDFneo ausgestrahlt worden war. Böhmermann hatte ein mit "Schmähkritik" überschriebenes Gedicht über Erdogan vorgelesen mit Formulierungen, die unter die Gürtellinie zielten. Er nahm Bezug auf das NDR-Fernsehmagazin "extra 3", das zuvor einen umstrittenen satirischen Beitrag über Erdogan ausgestrahlt hatte. Darauf hatte der türkische Präsident den deutschen Botschafter in Ankara einbestellt.

Merkel teilte ihre Meinung telefonisch dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu mit. Sie habe auf die bereits gezogenen Konsequenzen des Senders verwiesen. Auch habe sie den hohen Wert bekräftigt, den die Bundesregierung der Presse- und Meinungsfreiheit beimesse. Die sei aber nicht schrankenlos.

(dpa)
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