Vorwürfe gegen Lokalbetreiber und korrupte Richter: Mexiko City: Disko brennt - Besucher zum Zahlen gezwungen
zuletzt aktualisiert: 21.10.2000 - 16:13Mexiko-Stadt (dpa). Nach dem Brand in einer Discothek in Mexiko-Stadt, bei dem am Freitagmorgen 20 Menschen ums Leben kamen, haben Politiker schwere Vorwürfe gegen die Justiz erhoben. Korrupte Richter, die mit mafiosen Organisationen zusammenarbeiteten, behinderten alle Versuche, Lokale wie die Disco "Lobohombo" zu schließen, beklagte die Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Rosario Robles.
"Die Verantwortungslosigkeit der Richter bindet den Behörden die Hände", sagte Robles am Samstag der Presse.
Das Feuer in der Disco "Lobohombo", einer der größten Lateinamerikas, war den Berichten zufolge von einer Explosion ausgelöst worden. Möglicherweise waren Gastanks detoniert. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich noch etwa 100 Menschen in dem Tanzlokal. Zeugenaussagen zufolge versuchten Angestellte der Discothek nach Ausbruch des Feuers die Gäste noch zu zwingen, ihre Rechnungen zu bezahlen.
Die Feuerwehr kritisierte, dass das Gebäude über keine Notausgänge und keine Wegweiser für eine Evakuierung verfügte. Auch fehlte ein Plan der Gas- und Elektroleitungen.
Die Behörden des zentralen Stadtbezirks Cuauhtemoc hatten Presseberichten zufolge wegen der bekannten Sicherheitsmängel schon elf Mal die Schließung des Tanzlokals angeordnet. Jedes Mal gelang es aber den Betreibern, einen richterlichen "amparo" zu erlangen, ein Rechtsschutzmittel, das die behördliche Entscheidung wieder außer Kraft setzt. Der designierte Bürgermeister der Hauptstadt, Manuel Lopez Obrador, der am 5. Dezember die Nachfolge von Robles antritt, kündigte Maßnahmen gegen korrupte Richter an.
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