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Tübingen
Mieter schießt auf Gerichtsvollzieher

Tübingen. In Tübingen stürzt bei einer Zwangsräumung ein 69-Jähriger in den Tod.

Aus dem Dachstuhl steigt dichter Rauch, ein Feuerwehrmann spritzt Wasser von der Drehleiter ins Dachgeschoss. Es sind die Nachwirkungen eines dramatischen Morgens in einem dreistöckigen Haus in Tübingen in bester Wohnlage mit Blick über das Neckartal. Eine Zwangsräumung ist kurz zuvor eskaliert - und der 69 Jahre alte Bewohner vom Balkon in den Tod gestürzt.

Die Polizei schildert das Geschehen so: Ein Gerichtsvollzieher und ein Mitarbeiter des Ordnungsamts kommen gestern um 9 Uhr zur angekündigten Zwangsräumung einer Wohnung, als der 69-Jährige vom Balkon aus auf die Männer schießt. Die Kugel streift den Ordnungsamtsmitarbeiter am Jackenärmel, verletzt aber niemanden. In der Wohnung breitet sich zu der Zeit ein Brand aus, vor dem der Mann über den Balkon fliehen will. Er stürzt mehrere Meter in die Tiefe und stirbt. Möglicherweise hat er das Feuer selbst gelegt.

Gerichtsvollzieher in Baden-Württemberg haben im vergangenen Jahr 26 "besondere Vorkommnisse" gemeldet, wie das Justizministerium mitteilt. Es handelt sich den Angaben zufolge aber ausschließlich um Beleidigungen und Bedrohungen. Im Tübinger Fall hat es nach Angaben der Stadtverwaltung mehrere Beratungsgespräche mit dem Mann gegeben. Er wohnte demnach nicht rechtmäßig in den Büroräumen des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft. Ein alternatives Wohnungsangebot der Stadtverwaltung habe er aber abgelehnt.

(dpa)
 
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