Probebohrungen beginnen: Milzbranderreger auf Marburger Müllkippe gesucht
zuletzt aktualisiert: 16.10.2000 - 18:53Marburg (dpa). Eine ehemalige Müllkippe wird seit Montag erstmals in Deutschland auf tödliche Milzbranderreger untersucht. Eine Spezialfirma soll auf der Halde im hessischen Marburg mit Probebohrungen feststellen, ob der zur Herstellung biologischer Waffen verwendete Erreger dort lagert und die Bevölkerung gefährdet.
"Es ist keine Gefahr in Verzug, allerdings müssen wir Restrisiken ausschließen", sagte der Biologe Wilfried Ferdinand vom städtischen Umweltamt.
Derzeit werde nicht ausgeschlossen, dass mit Milzbrand verseuchte Laborabfälle einer ehemaligen Fabrik auf der geschlossenen Hausmülldeponie lagern. Die Erreger könnten sich nicht über das Wasser oder die Luft verbreiten. Ein Anwohner hatte die Stadtverwaltung vor Jahren auf die mögliche Gefahr aufmerksam gemacht. Der Beginn der Bohrungen hatte sich verzögert sich, da die Arbeiter gegen den Erreger geimpft werden sollten. Der nur in den USA existierende Impfstoff war jedoch nicht zu beschaffen, da er unter militärische Sicherheitsbestimmungen falle. Nun tragen die Arbeiter spezielle Schutzanzüge. Bis Jahresende soll die Untersuchung der Deponie abgeschlossen sein.
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