Nordwesten Nicaraguas ist "Nationale Katastrophenzone": Mittelamerika: Mindestens 18 Tote durch Hochwasser
zuletzt aktualisiert: 04.10.2000 - 16:41Mexiko-Stadt/Managua/Bogota (dpa). Die heftigen Regenfälle in der Pazifikregion Nicaraguas haben bis zum Mittwoch mindestens zwölf Menschenleben gefordert. Angaben des Zivilschutzes zufolge wurden außerdem in den Provinzen Leon und Chinandega (90 bis 130 Kilometer von Managua) mindestens 2 800 Menschen obdachlos, mehr als 20 000 Einwohner wurden geschädigt. Die Regierung des mittelamerikanischen Landes erklärte am Dienstag den Nordwesten zur "Nationalen Katastrophenzone".
Die heftigen Regenfälle wurden von den Meteorologen als eine Art Sekundäreffekt des Hurrikans "Keith" eingestuft, der in den vergangenen Tagen rund 700 Kilometer weiter nördlich in der Karibik getobt hatte. Am Dienstag hatte sich "Keith" über der mexikanischen Halbinsel Yucatan zu einem tropischen Tiefdruckgebiet mit Windgeschwindigkeiten von nur 45 Stundenkilometern abgeschwächt. Doch schaffte er es, den Golf von Mexiko zu erreichen, wo er am Mittwoch wieder an Stärke zulegte.
In den vergangenen Tagen hatte "Keith" vor allem den Kleinstaat Belize geplagt. In der Küstenstadt Belize City und auf den vorgelagerten Inseln entstand beträchtlicher Sachschaden. An der mexikanischen Karibikküste kehrten die am Wochenende ausquartierten Bewohner wieder in ihre Häuser zurück. Andere Teile Mexikos, wie die Staaten Tabasco, Veracruz an der Golfküste und Chiapas am Pazifik wurden weiter von starken Regenfällen heimgesucht. Dutzende Flüsse traten über die Ufer, Hunderte Dörfer und Orte wurden überschwemmt.
In Kolumbien sind bei Überschwemmungen durch heftige Regenfälle in den vergangenen zwei Wochen sechs Menschen ums Leben gekommen. Weitere 28 000 Menschen hätten materielle Schäden erlitten oder seien evakuiert worden, teilte das nationale Ministerium für Katastrophenschutz in der Hauptstadt Bogota am Dienstag (Ortszeit) mit. Die für die Jahreszeit typischen Niederschläge hatten in der zweiten Septemberhälfte eingesetzt. Besonders betroffen seien die Karibikküste und Regionen nahe der Anden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







