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Fashion
Jette Joop zeigt ihre Aldi-Mode

Fotos: Designerin Jette Joop macht Mode für Aldi
Fotos: Designerin Jette Joop macht Mode für Aldi FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf. Die Designerin Jette Joop präsentierte am Dienstagabend die Kreationen, die sie für die Eigenmarke von Aldi Süd entworfen hat. Was das für ihre eigene Marke bedeutet und was sie selbst nie anziehen würde, erzählt die Hamburgerin im Interview.

Natürlich trägt Jette Joop (48) an diesem Abend zwei Stücke aus der "Blue Motion"-Kollektion, die sie für Aldi Süd designt hat. Eine schwarze Chino und eine schwarze Bluse. Preis für das Gesamtoutfit: 30 Euro. Ab Montag können sich ganz normale Frauen wie die Modeschöpferin einkleiden. In der Filiale an der Düsseldorfer Kö befinden sich die verschiedenen Kleider, Hosen und Shirts neben Kühl- und anderen Regalen. Damenmode wird zwischen Deos, Tiefkühlpizza und Dosen präsentiert.

Wie stellen Sie sich die Aldi-Kundin vor, für die Ihre Mode gedacht ist?

Joop Wichtig ist, dass sich die Styles für alle Größen von 34 bis 46 eignen. Man kann also keine verrückten Gesäßtaschen platzieren, das würde unheimlich auftragen. Ich will, dass alle Frauen schlanker aussehen – das liegt daran, dass ich durch meine beiden Schwangerschaften zwischendurch ordentlich zugenommen hatte und mir in meiner Branche anhören musste: "Du hast aber noch ordentlich Rollen auf den Hüften." Auch als Teenager, als ich in England und dann in den USA gelebt habe, war ich viel runder als heute. Damals war ich für jede Hose dankbar, die das gut kaschiert hat. Seitdem möchte ich, dass sich Frauen in meiner Kleidung wohlfühlen.

Wie findet man heraus, was einem steht, und wie kann man kaschieren?

Joop Wenn man sich ehrlich vor den Spiegel stellt, sieht man ganz gut, was einem steht und was nicht. Wer eine größere Brust hat und schlanke Beine, der sollte eine gerade Hose und einen langen, weiten Pulli tragen. Wer insgesamt runder ist, sollte nicht den Fehler machen, sich zuzuhängen. Das macht voluminöser. Ein bisschen Stretch, aber trotzdem körperbetont, ist ideal. Wenn Po und Oberschenkel runder sind, finde ich Kleider und Marlenehosen toll – oder die von mir so genannte "Never peinlich"-Hose, das ist eine schwarze Hose zwischen Leggings und normalem Schnitt, die ist immer ok.

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Joop Einfach, sportlich und mit Pfiff. Privat bin ich jemand, der Jeans trägt, bis sie Löcher hat, und meine Schuhe ziehe ich auch oft an.

Für H&M und andere Ketten haben schon mehrere Designer Kollektionen entworfen. Nicht jedoch für einen Discounter. Was hat Sie als Designerin daran gereizt, für diesen Markt Mode zu kreieren?

Joop Aldi beeinflusst maßgeblich das Kaufverhalten. Wenn einem klar wird, wie viele Textilien bei Aldi gekauft werden, dann frage ich mich als Designerin, was ich tun kann, damit sie so cool werden, wie sie sein könnten. Meine Mission ist es, schönes Design zugänglich zu machen.

Was bedeutet es für den Wert Ihrer eigenen Marke, wenn plötzlich jeder Kreationen von Ihnen tragen kann?

Joop Ich bekomme so viele Zuschriften wie noch nie. Die Frauen jubeln, dass sie auch mal etwas "abbekommen". Mein Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad ist durch die Aktion deutlich gestiegen.

Sie haben Uniformen für Schiffs- und Flugpersonal entworfen ebenso wie Berufskleidung für Gebäudereinigerinnen – jetzt die Aldi-Kollektion. Was kommt als nächstes?

Joop Ich bin Industriedesignerin und habe einen Bachelor of Science. Bevor ich etwas entwerfe, mache ich eine Analyse zum Zeitgeist, was machen die Leute, wohin gehen sie, was passiert gerade. Deshalb sind solche Designprojekte spannend für mich. Jetzt will ich erstmal diese Kollektion feiern – das ist für mich ein Highlight.

Was würden Sie niemals tragen?

Joop Den von mir tief verabscheuten Ballonrock. Es gibt keine Figur, die dadurch besser wird. Und ich bin auch kein Freund von Pastellhosen.

Mode ist auch im Fernsehen zunehmend ein Thema - bei DIY-Formaten, in Castingsendungen und in Dokus. Könnten Sie sich vorstellen, eine eigene Sendung zu moderieren?

Joop Durch meinen Werdegang bin ich mit Medien gut vertraut und fühle mich auch wohl im Fernsehen. Doch mein Hauptthema bleibt das Design, ich würde nicht dauerhaft im Fernsehen eine Sendung auftreten wollen. Es macht mich nicht glücklich, mich selber zu sehen. Es ist für mich ein Vehikel, um etwas zu verkaufen.

Leslie Brook führte das Gespräch.

Quelle: RP
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