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Verführerische Mode von Yves Saint Laurent
Tugend trifft Transparenz

Verführische Mode von Yves Saint Laurent
Verführische Mode von Yves Saint Laurent FOTO: AP
Düsseldorf (RPO). Dieser Designer spielt mit Klischees und Kontrasten: Stefano Pilatis Kollektion für den kommenden Winter erinnert einerseits an verhüllte Nonnen, andererseits gab es viel nackte Haut, die durch transparente Blusen schimmerte. Von Andrea Rachuy

In Paris zeigte Designer Stefano Pilati bei der Yves-Saint-Laurent-Schau aufregende Modelle. Hochgeschlossene und körperferne Blusen zu schwarzen Cape-Mützen scheinen die Nonnen auf den Laufsteg zu holen. Transparente Oberteile, Knallfarben und Minikleider werfen diesen Eindruck hingegen schnell wieder über Bord. Bei YSL stöckeln für das Publikum demnach die brave Klosterfrau und freizügige junge Frauen gemeinsam über den Laufsteg.

Das französischen Modehaus präsentierte seine Prêt-à-porter-Kollektion, genau wie John Galliano und Chanel, erst einige Tage nach dem Ende der Pariser Fashion Week. Damit trotzen sie dem Diktat von Anna Wintour, Chefredakteurin der amerikanischen Vogue, die erst kürzlich die Mailänder Designer dazu bewegte, ihre Fashionweek von sieben auf drei Tage zu kürzen, damit die Schauen besser in ihren Terminkalender passen.

Doch die renommierten Pariser Modehäuser haben solche Eingeständnisse der Presse gegenüber nicht nötig. Sie zeigen, wann sie wollen und vor allem was sie wollen.

So auch Stefano Pilati für Yves Saint Laurent. Er nahm in dieser Kollektion gleich mehrere für das Modehaus charakteristische Elemente auf. Und bricht, genau wie sein Vorgänger und Gründer des Labels, gerne mit Tabus.

Transparente Stoffe und durchblitzende Brüste sind genauso typisch für Saint Laurent wie auch Knallfarben und Anzugelemente. All diese Innovationen brachten dem im Juni 2008 verstorbenen Designer viel Ruhm ein.

Nicht nur die Schiene der Provokation, die YSL immer wieder gerne gefahren ist, führt Stefano Pilati seit dessen Ausstieg aus der Modewelt 2002 erfolgreich weiter. Auch die berühmte Trapezlinie, mit der Saint Laurent Anfang der 60er Jahre eine Revolution der Frauenmode ins Rollen brachte, ist im nächsten Winter wieder wichtig.

 
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