20 Jahre "Musikantenstadl": Moik ohne Raab gegen Jauch und Völler
zuletzt aktualisiert: 21.03.2001 - 09:53Hamburg (rpo). Wer Volksmusik und Fußball mag, hat am kommenden Samstag ein Problem: Im TV läuft das 20-jährige Jubiläum vom Musikantenstadl, zu gleichen Zeit im ZDF das Fußballländerspiel Deutschland gegen Albanien. Musikantenstadl-Moderator Karl Moik gibt zu: Ich würd' Fußball gucken.
Karl Moik feiert am kommenden Samstag (24. März, 20.15 Uhr) den 20. Geburtstag seines "Musikantenstadl" in der ARD. Dem Jubiläum sieht der Moderator mit gemischten Gefühlen gegenüber, denn die Konkurrenz schläft nicht: RTL sendet den Quotenknüller "Wer wird Millionär?" mit Günther Jauch, und das ZDF strahlt ab 20 Uhr das WM- Qualifikationsspiel von Rudi Völlers Nationalelf gegen Albanien aus. "Damit muss man leben", sagt der 62-Jährige. "Aber ich gebe zu: Wenn ich nicht moderieren müsste, würde ich mir auch das Fußballspiel angucken."
Dabei fährt Karl Moik in seiner Jubiläumsshow Stars der Volksmusikszene auf, die Rang und Namen haben. Die Kastelruther Spatzen, Wencke Myhre, Hansi Hinterseer, Stephanie Hertel, Max Raabe und das Palastorchester, Maria und Margot Hellwig, die Kitzbühler Dirndln sowie den Marinechor der Schwarzmeerflotte, das tschechische Zentralorchester aus Prag, die südafrikanische Band "The Sunshine Entertainers" und die chinesische Sängerin Zhou Yan Hong, die er vor zwei Jahren beim spektakulären "Stadl" in Peking, dem Hunderte von Millionen Chinesen vorm TV-Bildschirm beiwohnten, kennen lernte.
Auch Stefan Mross ist dabei. Trotz aller Diskussionen um den Trompeter, dem ein Gutachten mangelndes Können nachweisen wollte, hält Moik an dem Künstler fest. Er soll seine Klasse zeigen, indem er live das als schwierige geltende Stück "Granada" spielt.
Ein anderer Star wird fehlen: Stefan Raab. Der Entertainer sagte Moik am vergangenen Mittwoch in einer kurzen Fax-Mitteilung ab. Moik ist enttäuscht, denn zu Raab fühlte er sich nach dessen Lied "Der Karl, der Karl, der Moik, Moik, Moik - der kifft das schärfste Zeug, Zeug, Zeug" verbunden. Doch der "TV Total"-Moderator scheint auf alte Freundschaften, die er selber eingefädelt hat, verzichten zu können, wenn die Dreharbeiten für seine ProSieben-Show, wie er im Fax angab, vorgehen. "Brutal und herzlos", kommentiert Moik die Absage. "Aber so ist das Leben."
Für Moik sind ohnehin andere Erfahrungen wichtiger. Zum Beispiel seine "Musikantenstadl"-Ausgabe in Cottbus 1989, kurz nach der Wende. "Die ergreifendste Sendung, vor und hinter Kamera, die ich je gemacht habe", sagt er. Wie lange er seine Show noch moderieren wird, lässt der Österreicher offen. Fest steht, bis zum Jahresende. Und danach? "Wir werden nach der Jubiläumssendung über eine Verlängerung beraten", sagt er. "Ich mache auch weiter, so lange ich gesund bin, so lange es mir Spaß macht und so lange das Publikum hinter mir steht."
Also steht er auch noch mit 70 Jahren vor der Kamera? "Das allerdings kann ich mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorstellen."
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