Erstmals derart große Aktion in Deutschland: Mord an 18-Jähriger: Fahnder durchwühlen Mülldeponie
zuletzt aktualisiert: 13.09.2002 - 16:18Bitterfeld (rpo). Obwohl der Mord an einer 18-Jährigen schon über ein Jahr zurückliegt, durchwühlen Fahnder auf der Suche nach Beweisen jetzt eine riesige Mülldeponie. Ein solcher Aufwand wird in Deutschland zum ersten Mal betrieben.
Küchenmesser, Teppichboden oder Kleidungsstücke: Nach dem gewaltsamen Tod einer 18-Jährigen im Mai 2001 durchwühlen Fahnder auf der Suche nach Spuren in den kommenden sechs Wochen die Deponie in Bitterfeld (Sachsen-Anhalt). Erste Ausbeute waren am Freitag fünf Küchenmesser, ein Fotoapparat, eine Uhr, eine Geldbörse und ein Tuch, sagte die zuständige Oberstaatsanwältin Susanne Helbig. Insgesamt sollten 5000 Kubikmeter Abfall, die Ladung von mehreren hundert Müllfahrzeugen, durchsucht werden.
Die junge Frau war am 24. Mai 2001 in einer Wohnung in Wolfen ermordet worden. Die Staatsanwaltschaft Dessau beschuldigt einen 22- jährigen Mann des Mordes und seinen 21-jährigen Komplizen der Beihilfe.
Auf der Suche nach Blutspuren
Das Duo soll die 18-jährige Bekannte in der Wohnung eines der Angeklagten mit 17 Messerstichen getötet haben. Der Prozess soll im Oktober oder November beginnen. Zuvor hatte das Gericht jedoch noch die Spurensuche angeordnet.
Die Ermittler hoffen mit einer DNA-Analyse anhand von Blutspuren, insbesondere auf dem Teppich und dem Messer, die Beschuldigten überführen zu können. Bei Vernehmungen seien die beiden Männer aufgefallen und hätten die Beamten Ende Juni 2001 zum Fundort der Leiche geführt. "Beide bezichtigen sich gegenseitig der Tat", sagte Helbig. Die Oberstaatsanwältin geht auf Grund von Zeugenaussagen davon aus, dass die Beweise sich auf der Deponie befinden.
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