Haftbefehle gegen drei Männer: Mord an Gastwirt nach sechs Jahren aufgeklärt
zuletzt aktualisiert: 06.04.2003 - 17:33Mönchengladbach (rpo). Vor sechs Jahren ist ein 56-jähriger Gastwirt aus Nettetal an der Westgrenze Nordrhein-Westfalens ermordet worden. Am Sonntag konnte die Polizei offenbar die Tatverdächtigen verhaften.
Die Staatsanwaltschaft Krefeld erwirkte Haftbefehle gegen drei Männer wegen gemeinschaftlichen Mordes, zwei Männer kamen in Untersuchungshaft, der dritte befand sich bereits in Haft. Zur Festnahme der Tatverdächtigen und Sicherung von Beweisen fand am Sonntagmorgen eine groß angelegte Razzia statt, wie die Polizei Mönchengladbach mitteilte. Fast 300 Polizisten durchsuchten insgesamt 31 Objekte.
Der Mord geschah am 21. Dezember 1996. Gegen 06.30 Uhr betraten drei Männer das Vereinsheim eines griechischen Fußballclubs in Nettetal-Lobberich. Sie richteten Schusswaffen auf die 10 bis 15 Gäste und forderten sie auf, die Hände hoch zu heben. Als sich der Gastwirt Abdullah S. von seinem Platz erhob und auf die bewaffneten Männer zuging, gaben diese mehrere Schüsse ab. Der 56-jährige Türke wurde von drei Kugeln in Hals, Brust und Bauch getroffen und starb. Die Täter flüchteten.
Ein Deutscher un zwei Türken in Haft
Ein 44-jähriger Deutscher und ein 35-jähriger Türke wurden am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaft anordnete. Ein dritter Tatverdächtiger, ein 28 Jahre alter Türke, befand sich bereits in Haft, da er 1997 wegen mehrfachen schweren Raubs zu einer Freiheitsstrafe von 12,5 Jahren verurteilt worden war.
Die Mordkommission "Sokrates" fand heraus, dass in den Kellerräumen des Fußballclubs regelmäßig um hohe Geldsummen gespielt wurde, so auch in der Tatnacht. Die Ermittler stießen auch auf andere, teils schwere Straftaten wie Verstöße gegen das Waffengesetz und gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und stellten scharfe Waffen, Munition und Waffenteile sicher. In diesem Zusammenhang erwirkte die zuständige Staatsanwaltschaft Mönchengladbach gegen weitere fünf Personen Haftbefehle. Es handelt sich um vier türkische Staatsangehörige im Alter von 27 bis 55 Jahren und einen 61-jährigen Deutschen. Sie sollten noch am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt werden.
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