| 10.38 Uhr

Ibbenbüren/Münster
Nach tödlichem Zugunglück Bewährung für Traktorfahrer

Ibbenbüren/Münster. Weil er fahrlässig handelte und dadurch seinen Gülleanhänger auf einem Bahnübergang verlor, ist ein Traktorfahrer wegen eines Zugunglücks mit zwei Toten und 15 Verletzten zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Außerdem muss der Angeklagte 2000 Euro Geldbuße an die Notfallseelsorge zahlen. Der Richter des Amtsgerichts Ibbenbüren sah es als erwiesen an, dass der 25-Jährige es versäumt hatte, nachzusehen, ob der Sicherungsbolzen an der Kupplung ordnungsgemäß vorgeschoben war. Weil der Bolzen fehlte, löste sich der Anhänger beim Überqueren der Gleise. Dessen Notbremsen blockierten, weit auf die Schienen ragend blieb er stehen. Richter wie Staatsanwalt hatten dem Angeklagten zugutegehalten, dass er alles versucht hatte, das Unglück abzuwenden: Er hatte den Notruf verständigt, versucht Hilfe zu holen. Wild mit den Armen rudernd wollte er den Lokführer warnen. Dass dies scheiterte, bezeichnete sein Verteidiger als "Unglück im Unglück".

Eine Vollbremsung des Zugs kam zu spät. Mit 127 Stundenkilometern prallte die Regionalbahn auf das Hindernis, kam erst über dreihundert Meter weiter zum Stillstand. Die Fahrerkabine wurde eingedrückt, die vordere Zugseite aufgerissen. Der 41 Jahre alte Lokführer sowie eine 18 Jahre alte Frau an Bord des Zuges starben.

(dpa)
 
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