Allwetterzoo Münster: Nashorngeburt: Mutter verletzte ihr Baby tödlich
zuletzt aktualisiert: 12.08.2000 - 14:23Münster (dpa/lnw). Eine Nashornmutter hat im Allwetterzoo Münster ihr Baby unmittelbar nach der Geburt versehentlich tödlich verletzt. Wie der Zoo am Samstag berichtete, war die zehnjährige Kuh "Emmi" am Freitagabend niedergekommen. Die sichtlich nervöse, erstgebärende Mutter schob danach ihr Kalb mit dem Horn durch das Gehege, um es zum Aufstehen zu bewegen.
In ihrer zunehmenden Aufregung verletzte "Emmi" dabei ihr Kalb am Brustkorb. Zwar trennten die Zoomitarbeiter die beiden sofort, dennoch kam für das 61 Kilogramm schwere männliche Tierbaby jede Hilfe zu spät.
"Das Kalb ist blitzartig innerlich verblutet. Das Horn hat wohl Lunge und Herz getroffen", sagte Zoodirektor Jörg Adler. Das Anstupsen mit dem Horn sein kein bedrohliches Verhalten gewesen, es habe zunächst keinen Anlass zum Eingreifen gegeben.
Der Zoo hofft trotz des Rückschlags auf weiteren Nashorn- Nachwuchs. Zuchtbulle "Harry" zeige sich aktiv und auch an den anderen Weibchen interessiert, hieß es.
Die Geburt des Nashornbabys war die erste seit zehn Jahren im Allwetterzoo. Bisher sind in Münster vier Breitmaulnashörner zur Welt gekommen. Nashornmutter "Emmi" war die bisher letzte erfolgreiche Eigenzucht. Zuchterfolge in Zoos sind nach Angaben des Zoodirektors immer noch eher selten. In deutschen Tiergärten leben laut Adler insgesamt etwa 50 der in ihrem Bestand bedrohten Breitmaulnashörner, vier davon in Münster.
Der Allwetterzoo Münster besteht seit 1974. Im vergangenen Jahr wurden 830 000 Besucher gezählt. Die etwa einen Kilometer langen überdachten Gänge zwischen den Tierhäusern, die die Besucher vor dem Regen schützen, haben dem Zoo seinen Namen gegeben.
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