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Hannover
Naturschützer: Für Windparks müssen Vögel sterben

Hannover. Dass die Rotoren von Windrädern lebensgefährlich für Vögel sind, kritisieren Naturschützer schon lange. Jetzt erheben Umweltverbände außerdem den Vorwurf, dass bereits vor dem Bau von Windparks Vögel sterben müssen: Nach Angaben der Deutschen Wildtier Stiftung und des Naturschutzbundes Nabu werden Nester zerstört sowie Jungvögel und erwachsene Tiere getötet, um Flächen für Windkraftanlagen gewinnbringend zu verpachten. Vor allem Rotmilane und seltene Schreiadler seien davon betroffen. Denn wo die Tiere leben, darf nicht gebaut werden. Beweise gibt es allerdings nicht. Der Bundesverband Windenergie (BWE) weist die Vorwürfe der Vogelschützer zurück.

"Die Tötungen und Horstzerstörungen sind eine völlig neue Dimension der Gefährdung von Tierarten durch Windkraftanlagen", sagt dagegen der Vorstand der Wildtier Stiftung, der einstige Energiemanager Fritz Vahrenholt. 41 solcher Fälle seien bundesweit in den vergangenen vier Jahren gezählt worden. Anfang Dezember sollen etwa im Kreis Helmstedt Bauinteressenten Nester von Rotmilanen zerstört haben, sagt Biologe Jochen Bellebaum. Wer der Täter sei, wisse man zwar nicht. Der gesunde Menschenverstand lege aber nahe, dass dort Eigentümer die Flächen verpachten wollten. Pro Anlage könne ein Eigentümer mit Pachteinnahmen von rund 80.000 Euro pro Jahr rechnen. In 20 Jahren wären dies 1,6 Millionen Euro, rechnen die Umweltverbände vor.

Der Bundesverband Windenergie hält die Vorwürfe für nicht gerechtfertigt: "Pachtzahlungen von 1,6 Millionen Euro pro Anlage sind absurd", sagt BWE-Pressesprecher Wolfram Axthelm. Auch die Genehmigungsbehörden berücksichtigten zerstörte Nester von Greifvögeln - eine Baufreigabe gebe es in diesen Fällen auch nicht, wenn die Vögel weg sind. Umweltbehörden sehen die angeblichen Angriffe auf die Brutstätten mit Skepsis. Im Umweltbundesamt ist das Problem "vom Hörensagen" bekannt. Eine seriöse Dokumentation fehle aber.

(dpa)
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