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Neuss
Neusser Wasserkreuz wird geflutet

Neuss. Die Rekonstruktion des Epanchoirs aus Napoleons Zeiten ist fast beendet.

Nach der Flut sollen die Touristen kommen. Davon sind die "Freunde und Förderer des historischen Nordkanals" in Neuss überzeugt. Die Heimatfreunde haben sich für die 1,3 Millionen Euro teure Rekonstruktion des Epanchoirs eingesetzt, einer Wasserkreuzung aus napoleonischer Zeit.

Heute soll das große Becken an der Nordkanalallee geflutet werden, zwei Tage sind dafür eingeplant. Später soll dort eine Stele an jenen Ort erinnern, an dem Napoleon bei der Grundsteinlegung im Jahr 1809 gestanden haben soll. Für Christoph Napp-Saarbourg, Vorsitzender des Fördervereins, und seinen Stellvertreter Klaus Karl Kaster steht fest, dass die Stadt mit der Wasserkreuzung eine neue Sehenswürdigkeit hat. "Das Epanchoir war ein Schatz, den es zu bergen galt", sagt Napp-Saarbourg. Der Name ist ein Kunstwort, das vom Lateinischen expandere abstammt und so viel wie "ausbreiten, erweitern" bedeutet. Der "Grand Canal du Nord" war ein für damalige Zeit gigantisches Projekt, und das Epanchoir gilt als Meisterwerk französischer Ingenieurskunst. 1804 erteilte Napoleon den Befehl, eine künstliche Wasserstraße zwischen dem Rhein, der Maas und dem Seehafen Antwerpen zu bauen. Der 160 Kilometer lange Kanal sollte den damals nördlichsten Seehafen unter französischer Herrschaft in Antwerpen mit dem Rhein verbinden, um die Niederlande mit ihren Zöllen zu umgehen und sie vom Rheinhandel abzuschneiden.

(abu)
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