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New York
New York schützt Katzenkrallen

New York. In den USA ist es üblich, die Klauen vom Tierarzt entfernen zu lassen.

Viele Katzen in den USA teilen das Schicksal von Kitty Samtpfote, der krallenlosen Gefährtin des "Gestiefelten Katers" in dem DreamWorks-Film von 2011: Ihnen wurden die Klauen amputiert, damit sie nicht mehr Möbel zerkratzen, Gardinen zerfetzen oder ihren Besitzern weh tun können. Doch die Prozedur ist nicht mit der Nagelmaniküre beim Menschen vergleichbar, es ist eine Amputation.

In New York gibt es nun eine Gesetzesinitiative, das aus Tierschutzgründen zu verbieten. Die Meinungen darüber sind geteilt. Amerikaner lieben ihre Haustiere, sind aber mitunter pragmatisch, wenn es um sie störende Begleiterscheinungen geht. Hunde bellen nun mal; bellen sie zu oft, geht man zum Tierarzt, um Bello die Stimmbänder entfernen zu lassen. Und Katzenkrallen sind scharfe Waffen, mit denen verhaltensgestörte oder -auffällige Stubentiger Schaden und Verletzungen anrichten können.

Die New Yorker Initiative ist die erste US-weit, das Amputieren von Katzenkrallen auf Staatsebene zu verbieten. New York ist in der Regulierung vom Zusammenleben von Mensch und Tier vorangegangen, indem es Hundebesitzern erlaubt hat, ihre Vierbeiner mit auf Terrassen von Restaurants zu nehmen.

Die Katzenkrallen-Debatte wird emotional geführt. Etliche sind der Auffassung, dass es den Staat nichts angehe, was Tierbesitzer mit ihren Tieren machen. Und auch Tierärzte sehen in der Amputation ein letztes Mittel, um schwer vermittelbaren Tieren Tierheim oder Einschläfern zu ersparen. Veterinärorganisationen sind deshalb gegen ein Verbot. Die Entscheidung darüber sollte Tierhaltern und Tierärzten vorbehalten bleiben. Krallen sind mit dem Knochen verbunden. Um sie zu entfernen, muss der Tierarzt Glieder, Sehnen und Nerven durchtrennen. "Es ist gleichbedeutend damit, den Zigarrenabschneider zu nehmen und das Ende des Gelenks abzutrennen", erklärt die kalifornische Veterinärin Jennifer Conrad.

(ap)
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