Bundeswehr und Hilfsorganisationen versorgen Opfer: Nothilfe für die afghanischen Erdbebenopfer
zuletzt aktualisiert: 27.03.2002 - 14:46Berlin/Köln/Bonn (rpo). Die Erde hat am Dienstag schon wieder gebebt. Dabei waren die deutschen Hilfsorganisationen gerade dabei, sich für ihren Einsatz im Nordosten Afghanistans zu rüsten.
Nach dem Erdbeben in Nordafghanistan bereiten deutsche Hilfsorganisationen weitere Hilfsmaßnahmen vor. Vor allem Zelte, Decken, Nahrungsmittel und Medikamente werden in der besonders betroffenen Stadt Nahrin benötigt. Bis zu 20.000 Menschen sind laut Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) obdachlos und brauchen neue Unterkünfte. Die Region war in der Nacht von Montag auf Dienstag von einem Beben der Stärke 6,1 erschüttert worden.
Das Auswärtige Amt teilte am Mittwoch in Berlin mit, das deutsche Kontingent der UN-Schutztruppe ISAF werde umgehend im Konvoi mit 100 Experten, darunter Sanitäter, sowie mit Decken, Zelten und medizinischer Ausrüstung in das Katastrophengebiet aufbrechen. Auch die Möglichkeit einer Luftbrücke werde vorbereitet.
Bereits am Dienstag waren laut Auswärtigem Amt die ersten Fachleute der Bundeswehr und ziviler Organisationen wie das Technische Hilfswerk (THW) im Erdbebengebiet eingetroffen. Aufgabe sei es, die Schäden zu erfassen und Nothilfe zu organisieren.
Das THW sei vom Auswärtigen Amt als erste Maßnahme mit 100.000 Euro ausgestattet worden. Mit den Sofortmitteln sollten die dringend benötigten Stromgeneratoren und Medikamente beschafft werden. Weitere Soforthilfe werde mit den deutschen Hilfsorganisationen vorbereitet, die für die Flüchtlingsrückkehr und den Wiederaufbau tätig seien.
Am Mittwoch starteten 13 Unicef-Lastwagen mit Hilfsgütern von Masar-i-Scharif nach Nahrin. Auch Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes sind dorthin unterwegs.
Nach Informationen der Deutschen Welthungerhilfe sind fast 80 Prozent der Häuser in Nahrin zerstört. Gemeinsam mit der irischen Organisation Concern werde sich die Deutsche Welthungerhilfe am Wiederaufbau von Häusern, Schulen und Straßen beteiligen. Fahrzeuge der Welthungerhilfe brächten außerdem einen Stromgenerator des THW nach Nahrin.
Unterdessen bot Caritas international den in Afghanistan tätigen Organisationen Hilfsgüter aus ihren Lagern im pakistanischen Peschawar an. Diese könnten auch kurzfristig in die Krisenregion geliefert werden.
Für dringend erforderliche Hilfsmaßnahmen hat die Diakonie Katastrophenhilfe nach eigenen Angaben zunächst 100.000 Euro bereitgestellt. Den langfristigen Aufbau unterstützt das katholische Hilfswerk Misereor mit 50.000 Euro.
Alle Hilfsorganisationen baten die Bevölkerung um Spenden.
http://www.unicef.de
http://www.drk.de
http://www.welthungerhilfe.de
http://www.caritasnet.de
http://www.misereor.de
http://www.diakonie-katastrophenhilfe.de
http://www.cap-anamur.de
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