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NRW-Verfassungsschutz
Fatale Fehler bei Ermittlungen zu NSU-Morden

Chronologie: Stationen des NSU-Terrors
Chronologie: Stationen des NSU-Terrors FOTO: dpa, Frank Doebert
Düsseldorf. Der NRW-Verfassungsschutz hat nach Angaben seines heutigen Chefs bei den Ermittlungen zur NSU-Mordserie erhebliche Fehler gemacht. Man habe nicht erkannt, dass der Mord an einem türkischstämmigen Kioskbesitzer 2006 in Dortmund die Tat von Rechtsextremisten war.

Das sagte Landesverfassungsschutz-Chef Burkhard Freier am Mittwoch im NSU-Ausschuss des Düsseldorfer Landtags. Zwar habe die Behörde damals von einer Ideologie in der rechten Szene gewusst, die als Untergrundbewegung und mit Gewalt einen "Rassenkrieg" führen wollte. Aber: "Wir haben Ideologie und Taten nicht übereinandergelegt". Puzzleteile seien nicht zusammengesetzt worden.

Das sei ein "fataler" Fehler gewesen, räumte Freier ein. Der Verfassungsschutz habe Konsequenzen gezogen. "Wir sind jetzt besser gerüstet." Dem rechtsterroristischen NSU werden deutschlandweit zehn Morde zur Last gelegt. Der NRW-Ausschuss befasst sich vor allem mit dem Mord in Dortmund 2006 und dem Kölner Nagelbombenanschlag 2004 mit 22 Verletzten.

(dpa, skr)