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Nürnberg
Rentner rebelliert gegen Heim-Essen

Fünf Ekelessen aus dem Altenheim
Fünf Ekelessen aus dem Altenheim FOTO: privat
Nürnberg. Auf Facebook zeigt ein 63-Jähriger seine pürierten Mahlzeiten und erfährt viel Unterstützung. Von Sebastian Dalkowski

Wer als Rentner in die "Residenz Noris" in Nürnberg zieht, dem verspricht der Prospekt: "Unsere hauseigene Küche sorgt immer für einen abwechslungsreichen Speiseplan, stets mit frischen Zutaten." Mindestens ein Bewohner sieht das anders. Der 63-jährige Frührentner Jürgen, ein Ex-DJ mit Lungenerkrankung, der seinen Nachnamen nicht nennen möchte, hatte so wenig Freude am Essen, dass er es fotografierte und die Bilder mithilfe einer Bekannten auf einen Facebook-Account lud. Zu sehen sind pürierte Anhäufungen von Klecksen, Kirschkuchen mit wenig Kirschen, trostlos wirkendes Abendbrot. Die Seite ist nicht einmal eine Woche online und schon hat sie mehr als 25 000 Fans.

Am Dienstag kam es zu einem Gespräch zwischen Heimleitung, Betreuer und Jürgen. Über seine Bekannte Eva Patricia Rußegger, die wie er Mitglied der Satire-Partei "Die Partei" ist, ließ er mitteilen, die Heimleitung habe ihm seinen Platz wegen der Fotos gekündigt, er müsse in acht Wochen ausziehen. Eine andere Bekannte sagte, sie habe an diesem Gespräch teilnehmen wollen, doch die Leitung habe dies abgelehnt. Der Betreiber "Pro Seniore" bestreitet sowohl diesen Vorgang als auch die Kündigung.

Das Heim bestreitet auch die anderen Vorwürfe. "Wegen seiner Krankheit muss laut Arzt sein Essen püriert werden", sagt Peter Müller, Sprecher von "Pro Seniore". Sonst könne er daran ersticken. Müller nennt Jürgen einen "Menschen mit Eigenarten", der "partielle Wahrnehmungsstörungen" habe. Er lebe in einer Traumwelt mit hohen Ansprüchen, die er von früher kenne.

Jürgen hat angekündigt, erst einmal keine Fotos mehr zu machen.

Quelle: RP
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