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Coburg
Mutter gesteht Tötung ihrer Babys

Oberfranken: Mutter gesteht Tötung ihrer acht Babys
FOTO: dpa, dka lof
Coburg. Acht tote Säuglinge hatten Ermittler in Oberfranken gefunden.

Die Mutter der acht toten Kinder von Wallenfels hat vor Gericht die Tötung mehrerer Säuglinge gestanden. Sie ließ ihren Anwalt schildern, wie sie acht Kinder gebar und jene tötete, die lebten. "Sie hat immer gleich reagiert", sagte der Verteidiger der 45-Jährigen beim gestrigen Prozessauftakt am Landgericht Coburg. Sie habe die Neugeborenen in Handtücher gewickelt und versteckt - egal, ob sie Lebenszeichen gezeigt hätten oder nicht. Die Frage ist, wie viel ihr Noch-Ehemann wusste - und wann. Der 55-Jährige sagte zu den konkreten Vorwürfen gegen ihn nichts.

Mitte November waren in dem Haus der Familie in der oberfränkischen Kleinstadt acht tote Babys entdeckt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter vor, vier der Babys vorsätzlich umgebracht zu haben. Dem Vater legt sie zur Last, ihr dabei geholfen zu haben. Bei vier der in Wallenfels gefundenen Babyleichen konnte laut Staatsanwaltschaft nicht geklärt werden, ob die Kinder tatsächlich lebten und auch lebensfähig waren. Daher sind sie nicht Teil der Anklage, die im Fall der Mutter auf Mord lautet.

Ihr Verteidiger geht hingegen von Totschlag aus, wie er in der Verhandlungspause sagte. Die Mutter habe die Schwangerschaften jedes Mal so sehr verdrängt, dass die Geburten sie überrascht hätten - auch weil ihr Mann keine Kinder mehr wollte. Das Paar hat bereits drei gemeinsame Kinder und jeweils zwei weitere aus erster Ehe.

Ihre Mutter und auch ihr Mann hätten die 45-Jährige zu einer Sterilisation gedrängt, der sie aber auswich. Als sie 2003 wieder schwanger wurde, habe sie sich gefreut und ihrem Mann davon erzählt. Der aber sei "ausgesprochen wütend" geworden und habe eine Abtreibung verlangt. Sie sei entsetzt gewesen und habe danach jeden Gedanken an die Schwangerschaft weggeschoben - wie bei jeder der sieben folgenden Schwangerschaften auch.

Die 45-Jährige wisse nicht mehr, wie viele Säuglinge nach der Geburt lebten, schilderte der Verteidiger. Es seien zwei, drei oder vier gewesen. Um den Kopf der Neugeborenen habe sie die Handtücher immer enger gewickelt - und bei einem Lebenszeichen darauf gedrückt.

(dpa)
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