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Aurich
Oberstaatsanwalt ließ Akten wegen Überlastung liegen

Aurich. Ein Oberstaatsanwalt aus Ostfriesland sitzt seit gestern selbst auf der Anklagebank. Der 52-Jährige soll die Akten von sieben Verfahren so lange liegen gelassen haben, bis die Taten verjährt waren. Nun muss sich der Mann wegen Rechtsbeugung vor dem Landgericht Aurich verantworten. Bei den nicht verfolgten Delikten handelte es sich vor allem um Steuerhinterziehung.

Der Angeklagte berichtete zum Prozessauftakt, wie ihm immer mehr Aufgaben übertragen wurden. Der Beamte war neben seiner Funktion als Ankläger Pressesprecher der Staatsanwaltschaft und Ausbilder sowie Prüfer für den juristischen Nachwuchs. Sein Verteidiger sagte, der Mann habe einmal seinen Jahresurlaub verfallen lassen, um Fälle abzuarbeiten. Schon bei seiner Beförderung zum Oberstaatsanwalt 2010 hatte er laut Anklage Verfahren unbearbeitet im Aktenschrank deponiert. Aufgeflogen war er 2014 bei einer Geschäftsprüfung. Wenig später suchte er ärztliche Hilfe auf und ist seitdem krankgeschrieben.

(dpa)
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