| 08.28 Uhr

Pretoria
Pistorius legt vor Gericht Prothesen ab

Pistorius humpelt auf Beinstumpen durch den Gerichtssaal
Pistorius humpelt auf Beinstumpen durch den Gerichtssaal FOTO: dpa, ss bjw axs
Pretoria. Der frühere Paralympics-Star will so seine Hilflosigkeit demonstrieren.

Der ehemalige Spitzensportler Oscar Pistorius ist während der Verhandlung über ein neues Strafmaß gegen ihn ohne seine Beinprothesen durch den Gerichtssaal gelaufen. Dabei musste der Südafrikaner, der als Sprinter bei den Paralympics mehrere Goldmedaillen gewann, gestützt werden und sich an den Holzbänken im Saal festhalten. Um die Verletzlichkeit seines Mandaten zu zeigen, hatte Verteidiger Barry Roux den unterhalb der Knie amputierten Pistorius gestern im südafrikanischen Pretoria dazu aufgefordert.

Pistorius hatte am Valentinstag 2013 seine damalige Freundin Reeva Steenkamp erschossen. Er war in erster Instanz wegen fahrlässiger Tötung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein und erzielte Ende 2015 in zweiter Instanz eine Verurteilung wegen Mordes, was im deutschen Rechtssystem dem Totschlag entspricht.

Der 29-Jährige habe seine damalige Freundin aus Angst um sein Leben erschossen, sagte Roux in seinem Schlussplädoyer. Er habe Einbrecher hinter der Tür, durch die er seine damalige Freundin erschoss, vermutet. Staatsanwalt Gerry Nel forderte mindestens 15 Jahre Haft.

Das Gericht in Pretoria unter Vorsitz von Richterin Thokozile Masipa will spätestens am Freitag über ein neues Strafmaß für Pistorius befinden.

(dpa)
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