Zweitgrößte Schiffskatastrophe der Welt: Ostsee: Taucher entdeckt Flüchtlingsschiff
zuletzt aktualisiert: 10.07.2002 - 21:40Paderborn (rpo). Seit mehr als 50 Jahren wird das Flüchtlingsschiff "Steuben" vermisst. Nun hat es ein deutscher Profitaucher aus Paderborn offenbar in der Ostsee entdeckt.
Er sei in einer Tiefe von 23 Metern auf das Wrack gestoßen, teilte Ulrich Restemeyer (40) am Mittwoch in Paderborn mit. Das Schiff war im Februar 1945 von einem russischen U- Boot versenkt worden. Etwa 3400 Menschen kamen damals ums Leben. Den genauen Fundort der "Steuben" hält der Taucher geheim.
Der Schiffbauexperte Frank Döscher aus Bad Oeynhausen bestätigte den Fund. "Die am Grund gefundene mehr als 4,30 Meter große Eisenschraube und das 6,90 Meter große Ruder sind eindeutig von dem gesunkenen Flüchtlingsschiff." Der Untergang der "Steuben" gilt nach Expertenmeinung als zweitgrößte Schiffskatastrophe der Welt. Lediglich bei der Versenkung des Flüchtlingsschiffes "Wilhelm Gustloff" wenige Tage zuvor waren mehr Menschen umgekommen.
Die "Steuben" hatte am 9. Februar 1945 den Hafen von Pillau in Ostpreußen verlassen. An Bord waren etwa 4000 Flüchtlinge - überwiegend Frauen, Kinder und verwundete Soldaten. Wenige Stunden später wurde es von zwei russischen Torpedos getroffen. Das Schiff sank binnen 15 Minuten. Nur 600 Menschen überlebten die Katastrophe. Der Torpedist des russischen U-Bootes sagte später in einem Interview, die "Steuben" nicht als Flüchtlings- oder Lazarettschiff erkannt zu haben.
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