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Peking
Pandabär steht nicht mehr auf Roter Liste

Peking. Die Population hat sich erholt. Dafür sind Berg- und Flachlandgorillas ernsthaft bedroht.

Der Pandabär gilt als eher lustloser Geselle - Fortpflanzung rangiert bei ihm unter ferner liefen. Die Befruchtung ist nur in einem Zeitfenster von maximal drei Tagen im Jahr möglich, Nachzuchten in Gefangenschaft sind selten. Alles Gründe, warum es um die Zukunft des schwarz-weißen Bären, der der Umweltorganisation "World Wildlife Fund" als Symbol dient, lange Zeit schlecht bestellt war. Doch der Riesenpanda hat nun offiziell den Sprung von der Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere geschafft. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stufte ihn auf das Niveau der "gefährdeten" Arten herab, wie aus einem nun veröffentlichten Bericht hervorgeht. Begründet wurde dies mit der wachsenden Zahl von Tieren in der freien Natur im Süden Chinas. Wurden dort 2004 nur 1596 Pandas registriert, so waren es zehn Jahre später 1864.

Dies sei der Arbeit chinesischer Behörden zu verdanken, die das Verbot von Wilderei durchgesetzt und Waldschutzgebiete ausgeweitet hätten, hieß es. Kommissionschef Simon Stuart (IUCN) sagte, die Nachricht sei auch deshalb ein Grund zum Feiern, weil man diesen Teil der Welt - also China - nicht unbedingt mit Artenschutzprogrammen in Verbindung bringen würde. Bambuswälder seien aufgeforstet worden - ein Bär frisst zehn bis 40 Kilogramm Bambusschößlinge pro Tag. Zudem wurden Pandabären an Zoos in aller Welt verliehen, um die Population zu vergrößern. Im Zoologischen Garten Berlin starb 2012 mit "Bao Bao" der letzte in Deutschland lebende Panda.

In dem Bericht wird allerdings auch gewarnt, dass in den kommenden 80 Jahren durch den Klimawandel mehr als 35 Prozent des natürlichen Lebensraums der Tiere zerstört werden könnten. In den 80er Jahren hatte die Pandazahl einen Tiefpunkt erreicht. Durch Wilderei und Abholzung von Wäldern wurden weniger als 1000 Tiere gezählt. Daraufhin verstärkte Peking seine Anstrengungen, Pandas - ein Symbol des Landes - zu schützen.

Allerdings setzte die Organisation den Östlichen Gorilla (Gorilla beringei) - dazu gehören Berggorilla und Flachlandgorilla - auf die Rote Liste. Wilderei und Krieg bedrohen den Menschenaffen in seiner Existenz. Nur noch 5000 Berggorillas leben laut IUCN auf der Welt. Vor allem die unsichere Lage in Teilen der Demokratischen Republik Kongo, wo der Gorilla vor allem zu Hause ist, trägt mit dazu bei, dass die Population gefährdet ist. Auch der Sumatra-Orang-Utan ist stark bedroht.

(ap/RP)
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