Regierung spricht von Missverständnis: Panik sorgte für Fehlalarm um Flugzeugentführung
zuletzt aktualisiert: 04.10.2001 - 14:09Neu Delhi (rpo). Missverständnisse und Panik haben in Indien einen falschen Alarm um ein angeblich entführtes Flugzeug ausgelöst. Vier Stunden lang mussten 52 Menschen an Bord einer Boeing 737-200 und ihre Verwandten Angst und Ungewissheit erdulden, bevor die Nationalgarde am frühen Donnerstagmorgen das Flugzeug in Neu Delhi stürmte und sich alles als Irrtum herausstellte.
In einem Funkspruch waren die Piloten der Maschine auf dem Weg von Bombay nach Delhi gewarnt worden, an Bord ihrer Maschine befänden sich möglicherweise Kidnapper. Der Funkspruch ging nach Angaben der Behörden auf einen anonymen Anruf zurück. Die beiden Piloten versperrten das Cockpit und befragten die vier Stewardessen. Zwei Männer, die im Gang standen, wurden als verdächtig ausgemacht.
Die Boeing der staatlichen Alliance Air mit 46 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern landete daraufhin um 0.52 Uhr Ortszeit (21.22 MESZ) auf einem abgelegenen Teil des Indira-Gandhi-Airports in Delhi. Gegen 4.30 Uhr drangen Spezialpolizisten in die Maschine ein.
Luftfahrtminister Shahnawaz Hussain rechtfertigte das Vorgehen der Regierung mit der erhöhten Vorsicht seit den Terroranschlägen von New York und Washington. "Wir können es uns nicht leisten, ein Risiko einzugehen", sagte Hussain.
Situation drohte zu eskalieren
Die Situation drohte zu eskalieren, als Passagiere nach der Landung von Angehörigen über Handy informiert worden waren, sie seien nach Fernsehberichten in der Hand von Kidnappern. Zwei Passagiere versuchten daraufhin, in das Cockpit zu gehen, um Klarheit zu bekommen. Dies verschärfte die Angst vor einer Entführung.
"Die Piloten wähnten die Kidnapper in der Kabine, die Passagiere dachten, die Entführer seien im Cockpit", sagte ein Beamter. Nach inoffiziellen Angaben befand sich kein Bordpolizist in der Maschine. Nach den Terroranschlägen hatte Hussain angeordnet, dass künftig alle innerindischen Flüge von Spezialpolizisten begleitet werden müssen. Diese Anordnung ist aber noch nicht vollständig umgesetzt.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







