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Rom
Papst Franziskus bittet Obdachlose um Vergebung

Rom. Zum Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit hat Papst Franziskus gestern Tausende Obdachlose aus mehr als 20 Ländern im Vatikan empfangen. Er bat sie bei einer Audienz um Vergebung "für all die Male, die Christen sich von einer armen Person oder einer Situation des Elends abgewandt haben". Arme Menschen dürften nicht als Sklaven ausgenutzt werden, sagte der Pontifex. Sie seien jene, die Frieden schafften - daher seien die Welt, die Kirche und die Religionen auf sie angewiesen.

Aus Deutschland sind rund 600 Wohnungslose zu dem Treffen in Rom gekommen. Auch eine zehnköpfige Delegation aus Düsseldorf ist angereist, die während der Audienz in der dritten Reihe Platz nehmen durfte. Den Papst zu sehen war "einfach ein beeindruckendes, ein überwältigendes Ereignis", sagte Otto (48) anschließend. "So etwas Großes werde ich wohl nie wieder erleben." Auch die begleitende Sozialarbeiterin Sarah Remmert (28) war ergriffen. "Ich dachte, wir würden von ganz hinten nur einen weißen Flecken erkennen können", sagte sie. "Doch der Papst kam den Menschen ganz nah. Und die Zeit, die er sich nahm - er widmete sich fast jedem persönlich." Drei Bewohner der Düsseldorfer Einrichtung der Ordensgemeinschaft Armer Brüder durften dem Papst sogar die Hand schütteln.

Papst Franziskus dankte den Wohnungslosen dafür, dass sie mit ihrem Verhalten untereinander ein Vorbild an Solidarität seien. "Lehrt die Welt Solidarität", forderte er. Auch als Armer könne man erleben, dass das Leben wertvoll sei und jeder Mensch eine Würde besitze. Zeitgleich sprach er ihnen Mut zu, sich nicht ausbeuten zu lassen. Armut müsse durchlebt, Sklaverei jedoch überwunden werden, betonte er. Die Wallfahrt endet morgen mit einer Messe auf dem Petersplatz.

(beaw)
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