Papst lobt Deutsche in Kasachstan: Papst ruft zu religiöser Toleranz auf
zuletzt aktualisiert: 23.09.2001 - 10:11Astana (rpo). Papst Johannes Paul II. hat am Sonntag bei seiner ersten Messe in der früheren Sowjetrepublik Kasachstan zu religiöser Toleranz aufgerufen. Zudem lobte er die Deutschen in Kasachstan.
Vor zehntausenden Gläubigen forderte der 81-Jährige Christen und Moslems auf, gemeinsam eine "Zivilisation der Liebe" aufzubauen. 50.000 Menschen kamen in die Hauptstadt Astana, um die Predigt des Papstes zu hören. Die Messe fand unter verschärften Sicherheitsbedingungen statt.
Am Samstag war der Papst zu seinem viertägigen Besuch in Kasachstan eingetroffen. Am Flughafen wurde er von katholischen Würdenträger und Vertretern anderer Glaubensgemeinschaften begrüßt, darunter auch führende islamische Geistliche. Präsident Nursultan Nasarbajew dankte dem Oberhaupt der katholischen Kirche dafür, dass er die Reise angesichts der gespannten Lage in der Welt nicht abgesagt und nach den Anschlägen in den USA vor einer aufkommenden Islamfeindlichkeit gewarnt habe.
Johannes Paul besucht Kasachstan auf Einladung Nasarbajews, der sich nach Ansicht von Beobachtern davon eine größere Akzeptanz im Westen erhofft. Höchstens drei Prozent der 15 Millionen Kasachen sind Katholiken. Der größte Teil der Bevölkerung ist islamischen oder russisch-orthodoxen Glaubens.
Papst lobt Deutsche in Kasachstan
Papst Johannes Paul II. hat bei einer Messe in der kasachischen Hauptstadt Astana die Verdienste der deutschstämmigen Minderheit gelobt. Zu den noch etwa 250 000 Russlanddeutschen in der ehemaligen Sowjetrepublik meinte er am Sonntag: "Es tut Eurem Land gut, dass Ihr ihm treu geblieben seid und Eure Kräfte einsetzt, das soziale und politische Leben mitzugestalten." Auf Deutsch sagte das katholische Kirchenoberhaupt: "Gern spreche ich Euch meine Anerkennung aus für Euren Einsatz und Euren Fleiß, der sich ausgezahlt hat."
Zugleich sprach er die Leiden der Deutschstämmigen nach der Deportation unter dem sowjetischen Diktatur Stalin an, der im Zeiten Weltkrieg mehrere hunderttausend Deutsche aus dem Wolga-Gebiet nach Kasachstan zwangsweise umgesiedelt hatte. Die große Mehrheit der einst zwei Millionen Deutschstämmigen hat allerdings in den vergangenen Jahren Kasachstan verlassen und lebt heute in Deutschland.
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