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Pretoria
Pistorius bleibt im Hausarrest und will Urteil anfechten

Pretoria. Oscar Pistorius steht bis zur Bekanntgabe des Strafmaßes in seinem Mordprozess am 18. April unter Hausarrest. Richter Aubrey Ledwaba entschied bei einer Anhörung, den früheren Spitzensportler für eine Kaution von umgerechnet 640 Euro im Haus seines Onkels unter elektronische Überwachung zu stellen. Pistorius will seine Verurteilung wegen Mordes an seiner Freundin Reeva Steenkamp aber vor dem Verfassungsgericht Südafrikas anfechten. Das höchste Gericht solle in letzter Instanz prüfen, sagte der Anwalt des beidseitig unterschenkelamputierten Athleten. Damit geht das Justizdrama um einen der einst beliebtesten Sportler Südafrikas in die nächste Runde.

Im ersten Prozess war Pistorius noch wegen Totschlags zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht kippte diese Entscheidung aber vergangene Woche und befand ihn des Mordes schuldig. Pistorius drohen dafür nach südafrikanischem Recht mindestens 15 Jahre Haft, es sei denn, das Gericht sieht mildernde Umstände. Angesichts dieser drohenden langjährigen Strafe hatte der Staatsanwalt gegen eine Entlassung auf Kaution argumentiert. Es bestehe ein Fluchtrisiko. Der Richter entschied aber, dass Pistorius weiter im Hausarrest bleiben darf, nachdem er ein Jahr seiner fünfjährigen Haftstrafe im Gefängnis abgeleistet hatte.

(ap)
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