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Erkelenz
Planungen über Stadt im Tagebau lösen Skepsis aus

Erkelenz. Skeptisch stehen die Stadtspitzen von Titz, Erkelenz und Mönchengladbach der Idee gegenüber, im rheinischen Braunkohlerevier eine neue Stadt zu entwickeln. Begrüßt wird aber, dass die SPD mit ihrem Thesenpapier "NRW 2030" eine Debatte über die Zeit nach dem Ende des Tagebaus angestoßen hat. "Wir wollen die modernste Stadt Europas bauen", heißt es darin. Das Projekt sei ein Beitrag zum Strukturwandel und ein Referenzvorhaben für "nachhaltige Stadtplanung und Stadtentwicklung mit globaler Ausstrahlungskraft". Stadtplaner hatten bereits im September auf Einladung von Mönchengladbach, Erkelenz, Titz und Jüchen erste Ideen entwickelt, wie die Landschaft nach dem Tagebau aussehen könnte. Sie schlugen vor, frühzeitig um das Abbaugebiet einen 70 Kilometer langen, von einem Radweg durchzogenen Grüngürtel anzulegen, der touristisch zu nutzen sei und der vor allem die Orte am Tagebau vor den vorbeiziehenden Braunkohle-Baggern schützt. Für das Innere des Gürtels schwebte ihnen - neben dem notwendigen Restsee - eine Art Innovation-Valley vor, für das unterschiedliche Siedlungsformen infrage kämen und in dem Start-up-Unternehmen sowie zukunftsweisende Arbeitsplätze angesiedelt werden könnten. Derzeit erwägen die vier Kommunen, einen Zweckverband zu gründen, um diese Visionen weiterzuentwickeln.

Zum SPD-Thesenpapier sagte Mönchengladbachs Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners (CDU): "Das Signal der Tagebaurandgemeinden ist ganz offensichtlich in Düsseldorf angekommen." Er verwies aber wie der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen (CDU) darauf, dass eine Entwicklung mit den Menschen aus den bestehenden Ortsstrukturen heraus angestrebt werde. "Hier sind wir auf einem sehr guten Weg." Ob die Errichtung "einer neuen, sicherlich auch künstlichen Stadt die richtige Antwort auf die drängenden Zukunftsfragen der Region ist, wage ich zu bezweifeln". Dass es richtig sei, "die große freie Fläche wieder zu besiedeln", betonte Jüchens Bürgermeister Harald Zillikens (CDU).

Der CDU-Landtagspolitiker Gregor Golland hält gar nichts von den Plänen: "Hier zeigt sich, mit welch weltfremden Ideen die SPD den Strukturwandel gestalten will." Ihn erinnere das an Klaus Kinski, der im Urwald eine Oper bauen wollte.

(spe)
 
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