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Zweibrücken/Dietrichingen
Polizei ermittelt wegen getötetem Kriegsgefangenen

Zweibrücken/Dietrichingen. Vor 71 Jahren soll in der Südwestpfalz ein russischer Kriegsgefangener wegen einer gestohlenen Zuckerrübe totgeprügelt worden sein - nun hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet. Es sei möglich, dass es bei der Tat um Mord gehe, und der verjähre nicht, teilte der Leitende Oberstaatsanwalt in Zweibrücken, Martin Graßhoff, mit. Seine Behörde wurde nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Rheinpfalz" aktiv.

Der Gefangene sei kurz vor Kriegsende in Dietrichingen totgeprügelt worden, weil er vor Hunger eine Zuckerrübe gestohlen habe, hatte das Blatt mit Bezug auf einen 86-Jährigen geschrieben, der als 14-Jähriger Zeuge der Tat gewesen sein will. Die Leiche sei dann auf einem Acker verscharrt worden. Eine erste Grabung der Arbeitsgruppe Vermisstenforschung habe aber nichts erbracht, berichtete die Zeitung. Nun solle an anderer Stelle gesucht werden.

Die Kriminaldirektion Kaiserslautern soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft nun Licht in den Fall bringen. "Dabei geht es natürlich auch um die Frage, ob mögliche Tatverdächtige noch leben oder bereits verstorben sind", teilte Graßhoff mit. Er geht davon aus, dass die Untersuchungen einige Zeit in Anspruch nehmen.

(dpa)
 
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