Mysteriöse Todesfälle von zwei Kindern: Polizei ermittelt wegen möglicher Satanisten-Morde
zuletzt aktualisiert: 28.02.2002 - 16:14Passau (rpo). Knapp 30 Jahre nach myteriösen Kindesmorden in Ostbayern liegen der Polizei jetzt neue Hinweise vor.
Oberstaatsanwalt Rainer Michalke erklärte laut einem Bericht der "Passauer Neuen Presse", dass seine Behörde deshalb in insgesamt vier Fällen wegen Mordverdachts und des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittle. Die Todesfälle könnten womöglich als Unfälle verschleiert worden sein.
Nach Informationen der Zeitung sollen die Beschuldigten Mitglieder einer satanistischen Sekte gewesen sein, die ab etwa Mitte der sechziger Jahre in Ostbayern aktiv war. Die Rede ist demnach von Kindern und Jugendlichen, die bei satanistischen Ritualen teilnehmen mussten - einschließlich des sexuellen Missbrauchs und des Herstellens von Pornofilmen. Zudem hätten die Beteiligten Morde an Kindern und Frauen angeblich als Verkehrsunfälle oder Selbstmorde getarnt. "Wir haben Aussagen, die das durchaus glaubhaft schildern", sagte Oberstaatsanwalt Michalke der Zeitung.
Seinen Worten zufolge richtet sich das Verfahren gegen vier Hauptverdächtige. Bei ihnen und 16 weiteren Personen aus ihrem Umfeld seien am 6. Februar Hausdurchsuchungen durchgeführt worden. Über 80 Beamte hätten an der Großrazzia teilgenommen. Nicht nur Wohnungen sondern sogar Ämter sollen die Fahnder dabei der Zeitung zufolge durchsucht haben - im Landkreis Rottal-Inn sogar die Räume eines Bürgermeisters. Laut Michalke wird die Auswertung des sicher gestellten Materials mindestens vier Wochen in Anspruch nehmen.
Dem Bericht zufolge richten die Ermittler ihren Blick insbesondere auf zwei Fälle: Den Tod eines fünfjährigen Buben im Jahr 1969 und den Unfall eines 14-jährigen Mädchens im Jahr 1975. Die Schülerin wurde auf dem Fahrrad von einem Auto überfahren. Beide Kinder stammten aus dem Rottal, wo laut dem Bericht nun auch die Ermittlungen ins Rollen kamen. Einer der vier Verdächtigen sei massiv von seiner Stiefschwester belastet worden.
Für die Staatsanwalt seien die Vorwürfe zwar nicht neu, schreibt die Zeitung, sie seien aber erstmals so präzise formuliert worden, "dass wir gründlich und mit aller Vehemenz vorgehen können", wie ein Behördenvertreter erklärte. Den Informationen der "Passauer Neuen Presse" zufolge soll einer der aktuellen Hauptverdächtigen, bereits Mitte der siebziger Jahre in einem anderen Fall wegen Mordes vor Gericht gestanden sein. Damals sei er aber frei gesprochen worden.
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