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Bochum
Polizisten gestehen Elterngeld-Betrug

Bochum. Mit gefälschten Anträgen wollten sie rund fünf Millionen Euro erbeuten.

Gefälschte Geburtsurkunden, Perücken und angeklebte Bärte: Mit dieser Tarnung haben zwei Polizisten aus Hessen Anfang 2015 versucht, Elterngeldstellen in ganz Deutschland zu betrügen. Hätte ihr Plan funktioniert, wären ihnen rund fünf Millionen Euro ausgezahlt worden. Stattdessen stehen sie nun in Bochum vor Gericht. Zum Prozessauftakt haben sie gestern umfassende Geständnisse abgelegt.

"Am Anfang war alles nur Spinnerei", sagte einer der Angeklagten den Richtern. "Aber irgendwann haben wir das dann einfach gemacht." Die beiden befreundeten Oberkommissare waren zur Tatzeit zwar noch bei der Polizei, wegen psychischer Probleme aber nicht mehr im aktiven Dienst.

Nach eigenen Angaben hatten die 36 und 39 Jahre alten Angeklagten zunächst französische Identitätspapiere gefälscht, mit denen sie später Bankkonten eröffneten. Für die Fotos auf den Ausweispapieren hätten sie sich mit Perücken und falschen Bärten maskiert. Später seien auch noch Gehaltsnachweise, Steuerbescheide und Geburtsurkunden gefälscht worden.

Innerhalb von nur zwei Wochen waren im April 2015 schließlich 228 Elterngeldanträge verschickt worden. Für eventuell rücklaufende Post hatten die Angeklagten Nachsendeaufträge gestellt, die zu einer Adresse in Chemnitz führten. Auch auf den Papieren wurden keinerlei Fingerabdrücke oder DNA-Spuren hinterlassen. Beide Angeklagte sind inzwischen nicht mehr bei der Polizei. Mit einem Urteil ist Ende August zu rechnen.

(dpa)
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