Gesuchter Schwerverbrecher noch nicht vernehmungsfähig: Polizistenmord: Haftbefehl gegen Tatverdächtigen
zuletzt aktualisiert: 13.10.2000 - 18:13Erlangen (dpa). Einen Tag nach dem Erlanger Polizistenmord hat ein Ermittlungsrichter Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter erlassen. Gegen den gesuchten Schwerverbrecher (40) werde wegen Mordes ermittelt, teilte die Polizei am Freitag in Nürnberg mit. Der bei dem Schusswechsel verletzte Mann sei nach einer Notoperation außer Lebensgefahr.
Allerdings sei der aus Oberfranken stammende Mann wegen der Schwere seiner Verletzung noch nicht vernehmungsfähig, berichtete ein Polizeisprecher. Außerdem sei der Halter des Autos, in dem die Polizisten den Täter gestellt hatten, vorübergehend festgenommen worden.
Der mutmaßliche Todesschütze war in Polizeikreisen als gewaltbereit bekannt. Nach Angaben der Polizeidirektion Straubing hatte er auch bei seiner Flucht aus dem Bezirkskrankenhaus Mainkofen (Kreis Deggendorf) am 29. Juli Gewalt gegen das Klinikpersonal angewandt.
Der erschossene Polizist soll am kommenden Dienstag in seinem Heimatort beerdigt werden. Er hatte zuletzt in Hausen bei Forchheim gelebt. Der 31 Jahre alte Streifenbeamte war in der Nacht zum Donnerstag bei einer Kontrolle in Bubenreuth bei Erlangen erschossen worden, ein Kollege wurde bei dem Schusswechsel verletzt. Der Schütze hatte beim Auftauchen des Polizeiautos zunächst aufs Gas gedrückt und sich später geweigert auszusteigen. Als ein Beamter versuchte, eine Autoscheibe einzuschlagen, stieg der 40-Jährige aus und zog plötzlich eine Pistole.
Ins Visier der Ermittler ist nach Polizei-Angaben inzwischen auch der Halter des Autos geraten. Der Mann wurde am Freitag in seiner Wohnung vorübergehend festgenommen. Die Polizei prüfe, ob der Bamberger dem Ausbrecher unter Umständen geholfen hatte, nach seinem Ausbruch unterzutauchen. Der Festgenommene bestreite das. Nach seinen Angaben ist ihm das Auto gestohlen worden.
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