Regisseur sorgt für weiteren Skandal: Prager Porno-Regisseur plant Szenen in KZ
zuletzt aktualisiert: 27.03.2002 - 16:24Prag (rpo). Der Prager Porno-Regisseur Robert Rosenberg hat für einen weiteren Skandal gesorgt. Er will für seinen Porno-Film Szenen in den ehemaligen Ghettos Theresienstadt und Auschwitz drehen.
Der 26-Jährige teilte am Mittwoch mit, er habe kürzlich mit einer Mini-Kamera im früheren Vernichtungslager Auschwitz (Oswiecim) Aufnahmen gemacht.
Die Szenen wolle er in seinen Film über die Vergewaltigung von Häftlingen einbauen. Ein Sprecher der heutigen Gedenkstätte Oswiecim in Polen sagte im Prager Rundfunk, man werde so etwas niemals erlauben. Die Leitung der Gedenkstätte Terezin in Tschechien hatte bereits am Dienstag jegliche Bildaufnahmen in der Anlage verboten. Sie will verhindern, dass Rosenberg als "Tourist" Aufnahmen macht und diese für einen Film verwendet.
Die nach der österreichischen Kaiserin Maria Theresia benannte Festungsstadt war Ende des 18. Jahrhunderts gebaut worden. Im Zweiten Weltkrieg nutzten die Nationalsozialisten den Ort unter anderem als Durchgangslager für etwa 150.000 Juden.
In Auschwitz hatte die SS 1940 ein Konzentrationslager errichtet und dieses ein Jahr später zum Vernichtungslager mit drei Hauptlagern und 39 Außen- und Nebenlagern erweitert. Wegen der von Februar 1942 bis November 1944 fabrikmäßig betriebenen Tötung von Menschen in Gaskammern gilt Auschwitz als Synonym der Massenvernichtung europäischer Juden (Holocaust). Die neuere Forschung geht von bis zu 1,6 Millionen Opfern aus, vor allem Juden, aber auch Sinti und Roma.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







