Thronfolger gab überraschend Interview: Prinz William: "Bestürzt" über Diana-Buch - Zehn Wochen Chile
zuletzt aktualisiert: 29.09.2000 - 14:47London (dpa). Der britische Prinz William (18) hat sich am Freitag "bestürzt" über ein Enthüllungsbuch über seine 1997 gestorbene Mutter Prinzessin Diana gezeigt. William stellte sich als erster britischer Thronfolger völlig überraschend Journalisten zu einem Interview und beantwortete unvorbereitet Fragen. Dabei teilte er auch mit, er werde in Kürze für zehn Wochen nach Chile reisen und in Patagonien als Mitglied einer britischen Jugendexpedition Sozialarbeit leisten.
"Natürlich sind (mein Bruder) Harry und ich ziemlich bestürzt über das Buch. Darüber, dass das Vertrauen unser Mutter verraten wurde und dass sie selbst jetzt immer noch ausgebeutet wird", sagte William zu dem Buch von Dianas langjährigem Adjutanten Patrick Jephson. In diesem Buch beschreibt Jephson die Prinzessin als "intrigante Rebellin", die unter der Gefühlskälte am britischen Hof sehr gelitten habe.
William, gekleidet in Jeans und Pullover, verblüffte die vor seines Vaters Landsitz Highgrove wartenden Journalisten, als er sich entspannt und lässig Fragen stellte. Abgesehen von einem Kamera-Auftritt von Prinz Andrew 1992 vor den rauchenden Trümmern von Schloss Windsor hat bisher noch kein britischer Prinz Fragen von Journalisten ausgesetzt, die nicht zuvor abgesprochen waren.
William, der vor kurzem seine Schulausbildung in Eton beendete und danach in Belize und auf Mauritius war, kündigte an, er werde den nächsten Teil seines freien Jahres bis zum Beginn eines Studiums der Kunstgeschichte in Südamerika verbringen. "In Kürze" werde er nach Chile reisen. Als Mitglied einer 110 Personen zählenden Jugendexpedition der britischen Organisation Raleigh International wolle er im südlichen Patagonien Häuser sowie Wege und Straßen bauen. "Ich wollte mit meinem freien Jahr etwas Konstruktives machen", sagte er.
Prinz William sagte, er habe für seine Reise nach Chile bereits 5 500 Pfund (17 600 Mark) Spenden gesammelt. "Es könnte sein, dass auch mein Vater ein bisschen dabei geholfen hat." Seine Familie werde er sicherlich vermissen: "Sie werden mir fehlen, aber es gibt ja e-Mail", sagte er.
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